Am vergangenen Donnerstag habe ich Kisten Kisten sein lassen und bin mit Axel ins Kino gegangen, um mir "Drachenläufer" anzusehen. Die Romanvorlage stammt von Khaled Hosseini und handelt von der Freundschaft zweier Jungen im Afghanistan der 70er Jahre, die eines Tages verraten wird. Amir, der Protagonist, flüchtet nach Amerika und wird dort Schriftsteller. "There is a way to be good again", sagt ihm sein früherer Mentor Rahim Khan bei einem überraschenden Anruf, und Amir kehrt zurück ins Kabul des 21. Jh. ...
Das Buch hat mich außerordentlich beeindruckt: Eine poetische Geschichte ohne die Überfrachtung mit Subplots, die man manchmal bei dieser Art von ethnic novels hat, und die einem - ohne aufdringlich zu sein - auch einen Eindruck von Afghanistan vor den Taliban vermittelt - sicher nicht nur auf meiner mental map ein weißer Fleck! Dazu noch der zentrale Schuld-und-Sühne plot, der mit ein bisschen Action einhergeht, und fertig ist ein fantastisches Buch. Nichts für empfindliche Gemüter though - es gibt Szenen, die man so schnell nicht vergisst, weil sie auf so perfide Art grausam sind. Die werden allerdings der Schönheit und Menschlichkeit so beeindruckend gegenübergestellt, daß sie einfach als Teil des ganzen Spektrums notwendig sind.
Das Buch ist in gewissem Sinne schon sehr visuell: In einer Szene bewirft Amir seinen Freund Hassan mit Granatäpfeln, weil er selbst auch beworfen und für seinen Verrat bestraft werden will. Lässt sich filmisch natürlich eindrucksvoll umsetzen. Die Schauspieler sprechen Farsi, was ich für die einzig wahre Entscheidung halte - Englisch wäre einfach absurd gewesen in dem Kontext. Marc Forster, der auch schon bei dem wunderbaren Finding Neverland Regie geführt hat, strafft genau an den richtigen Stellen und legt seinen Finger so gekonnt auf die wichtigen Elemente des Romans, daß mir während des Films öfter nach Applaudieren zumute war. Lange Rede, kurzer Sinn: Absolut empfehlenswerter Film!
Passt nur auf, daß ihr nicht wie wir 7 bekiffte Afghanen neben Euch habt, die einen auf dicke Hose machen müssen, weil sie zusammen unterwegs sind. Poetische und feinsinnige Szenen sind offenbar in Gesellschaft nur schwer zu ertragen :-) Eigentlich waren sie okay, aber Jungs in Gruppen...naja, ein Thema für sich. Mädchen in Rudeln sind auch schwer verdaulich. Mit dieser bahnbrechenden Erkenntnis verabschiedet sich für heute
die Katze
Sonntag, 20. Januar 2008
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1 Kommentar:
:)
Hey meine Liebe,
ich bin wieder eine Kinomaus und muß sagen, daß ich Deinen Eindruck nur bestätigen kann - die Leute sind begeistert von diesem Film!
Ich kenne das Buch nicht, aber mal sehen, vielleicht sehe ich mir den Film bald mal im Ganzen an.
Ganz lieben Gruß und knuuuuddel!!!! Kat
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