Dienstag, 16. Dezember 2008

Q4

Meine Lieben,

nun übernehme ich Begriffe wie "Q4" (viertes Quartal bei Google) schon ins Privatleben - aber wenigstens hab ich jetzt eins, das ist also schon mal Grund zur Freude :) Seien wir ehrlich: so richtig zum Schreiben komme ich vor Weihnachten ohnehin nicht mehr, also hab ich als Update ein paar Bilder für euch zusammengestellt, die zusammen mit den Bildunterschriften vermutlich eh einen besseren Einblick vermitteln, als schnell hingeworfene Worte es könnten.

Here you go, there´s Q4 for you

Q4


Oh, und nicht zu vergessen: Helloween. Let the images speak for themselves...

Helloween


Letzten Freitag war auch noch Google Weihnachtsfeier, von der ich bald auch noch ein Album poste, wenn ich denn darf (erstmal sondieren). Hoffe aber, diese haben euch einen Eindruck verschafft, was ich so getrieben habe in letzter Zeit.

Ich freu mich sehr darauf, euch alle (oder zumindest viele von euch) an Weihnachten in Bremen oder Hamburg zu sehen - ich vermisse euch schmerzlich!

Im neuen Jahr ziehe ich noch mal um, und dann will ich Besucher sehen! :)

Es grüßt euch herzlich
eure Katze

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Montag, 6. Oktober 2008

Paris, Paris...

Ok, also ihr müsst euch das so vorstellen: Pariser Altbau, zwei lange Flure mit Stuck, strahlend weiß und knallrot gestrichen. Gleich beim Eingang ein Lounge-Raum mit mehreren Sitzsäcken, Fernseher, vollem Kühlschrank, großem Kaffeeautomat, elegantem, silber angesprühten Haselstrauch (ihr kennt die - so gezwirbelte Äste), der mit ebenfalls silbernen Kugeln behängt ist.

Auf einem der Sitzsäcke ich mit Langnese-Eis in der Hand, während ich darauf warte, dass meine Kollegen wiederkommen und wir kurz in unserem noblen Hotel (Puschen mit Logo, flauschige Bademäntel) in der Nähe der Oper vorbeigehen, um unsere Laptops loszuwerden. Anschließend Abendessen in typischem Pariser Restaurant, gestern war schon Zeit für den Louvre und die Mona Lisa (freier Eintritt; ich habe außerdem ein Duplikat aus den Kapitolinischen Museen in Rom wiedererkannt und Amor und Psyche von Canova gesehen).

Und das ist alles Arbeit, ist schon klar, ne? :-) Heute hatten wir Meetings und so! Jaaha! Naja, manchmal liege ich hier jedenfalls im Luxus rum und denke "Could be worse now, could definitely be worse."

Es grüßt euch herzlich
La Chatte Noir ;-)

Sonntag, 17. August 2008

Meine Lieben,

ich lerne, dem Stress entgegenzutreten - gestern habe ich doch tatsächlich mal keinen Gedanken an die Arbeit verschwendet, sondern stattdessen morgens Meike (meiner Kollegin und Freundin) eine kleine Yoga-Stunde gegeben, nachmittags geschlafen und abends schön auf ´ne Party gegangen.

Als ich so gegen 7pm aufstand, traf ich im Wohnzimmer auf einen strahlenden Pranav - und den Grund seiner Freude, einen nagelneuen 24 inch Flatscreen TV, den er mal eben für schlappe 700 € gekauft hatte. Probleme mit seiner Zahlungsmoral werden wir wohl eher nicht bekommen... :-)

Bewundern könnt ihr die beiden im ersten Bild des nachfolgenden Webalbums, das die Machenschaften der zweiten Tageshälfte näher beleuchtet...

Party bei Denya


Spricht für sich, was? Da wir uns hier aber mitunter auch gesünderen und sogar bildenden Aktivitäten unterwerfen, hier noch die "Nachlieferung" der Fotos von Axels und meinem Besuch in Glendalough im Juli. Gottseidank gibt es Wikipedia und die Funktion Copy & Paste, wäre ja auch übel, wenn ich die nachfolgenden Infos auch noch selber aufschreiben müsste! Irgendwo hat schließlich alle Anstrengung ihre Grenzen. So Copy & Paste it is:

"Der Name Glendalough leitet sich von irisch Gleann Dá Locha [ˈgl´ɑːN dɑː ˈloxə] ab und kann mit „Tal der zwei Seen“ übersetzt werden. Es handelt sich um eine Ansammlung von Klosterruinen, die in den irischen Wicklow Mountains, etwa 40 km südlich von Dublin gelegen sind. Die Klostersiedlung – sie liegt am unteren der beiden Seen – ist eine der berühmtesten Irlands."

Mehr in den Bildunterschriften der Fotos selbst:

Glendalough 17.08.08


Damit genug für heute, ich muss in die Stadt und Essen kaufen. Euch allen ein schönes Restwochenende und alles Liebe

von Eurer Heike

Dienstag, 5. August 2008

Bergauf

Hallo meine Lieben,

es geht weiterhin steil bergauf. Zwar frisst die Arbeit mich immer noch jeden Tag und spuckt mich dann zerkaut wieder aus, aber wenigstens habe ich jetzt ein Zuhause, in das ich nach Feierabend gerne zurückkomme! Keine verbissene Französin mehr, die das Wohnzimmer besetzt und auf ihrem Laptop einherhackt, und zur Begrüßung gerade mal ein kastriertes "Hi" herauspressen kann.

Stattdessen unser immer noch toller Pranav, der wirklich ein absoluter Glücksgriff war! Morgen kommt seine "Freundin" zu Besuch - sie arbeitet als PR-Frau für die nicht gaaanz so berühmte Riege der Bollywood Stars! Nein, meine liebe Anne, Shah Rukh ist noch außerhalb der Reichweite, aber an sich ist das doch schon mal ein ganz schön cooler Job.

Offenbar hat sie jedenfalls vorher mit ihm Schluss gemacht, will ihn jetzt aber doch wieder - mit 25 ist der Druck, doch endlich mal zu heiraten, natürlich auch groß! :-) Pranav selbst ist 27 und nicht erpicht darauf, sein unabhängiges Leben aufzugeben denke ich. Jedenfalls hoffe ich, daß er nicht bald wieder auszieht und wir wieder jemand neuen suchen müssen. Aber eigentlich kann ich mir das nicht vorstellen - die Art und Weise, wie er von ihr erzählt hat, erweckte nicht unbedingt den Eindruck der heißen Liebe. Jedenfalls eine aufregende real live soap. Und etwas weniger anstrengend als die davor! Die nächsten Tage mehr an dieser Stelle!

Lyas Eltern sind eben gerade abgereist, und ihre Mutter hat mir zum Abschied noch eine ihrer Ketten geschenkt, die ich so bewundert hatte. Hier ein paar Bilder zu unserem gestrigen Pub-Abschiedsabend:

Lya´s parents

Nun ist es schon fast wieder bedtime, darum nur noch schnell ein Versprechen einlösen, das ich im letzten Post gegeben habe: Einige ältere Fotos. Dieses Album über Axels und meinen Tag in Howth, dem Fischerort vor Dublin, über den ich schon mal gebloggt hatte, müsste eigentlich mit Lou Reeds Song "Just a perfect day" gesehen werden. Und actually: why not?!



Also erst auf das YouTube Video klicken (und nein, das ist keine Schleichwerbung im eigenen Blog! Man braucht es auch nicht weiter beachten, da es nur der Song ist und das Bild sich nicht mal verändert...) und dann die Bilder im nachfolgenden Album ansehen ;-) Wenn euch nach sowas zumute ist, that is.

Howth


Damit verabschiede ich mich für heute und trinke einen Kaffee, um noch ein bißchen was für die Arbeit reißen zu können. Am Wochenende geht es wieder nach Hamburg und ich sehe endlich mal wieder meine liebe Ania - can´t wait, darling!

On that positive note: Gute Nacht und liebe Grüße
von Heike

Donnerstag, 31. Juli 2008

Oh Happy Day!

... und da ist er, der lange herbeigesehnte Moment! Sie IST ausgezogen! Ich weiß gar nicht wohin mit mir vor lauter Freude! Die unmittelbare Zukunft breitet sich gerade sehr verheißungsvoll vor mir aus: Ein relaxter und gutaussehender neuer indischer Mitbewohner (entschuldige, Axel, das war eine reine observation, du bist und bleibst meine Nummer EINS :-), eine alte Mitbewohnerin, die auch sehr erleichtert ist, daß dieser Alptraum nun vorbei ist...

Samstag kocht Lyas Mutter - ihre Eltern sind gerade aus Israel zu Besuch - Jemenitisches Frühstück für uns (die Vorbereitungen dafür haben heute schon begonnen, und die ganze Wohnung duftet köstlich nach zerlassener Butter, Zimt und anderen geheimnisvollen Zutaten). Ich hoffe, daß diese Gelegenheit dann wieder mehr Gemeinsamkeit einläutet, denn die letzten Wochen waren im Prinzip nur ein qualvolles nebeneinanderher-Existieren. Da ich sowieso 13 Stunden am Tag gearbeitet habe, konnte ich große Teile davon umgehen, aber gut hat mir das alles nicht getan, mal abgesehen davon, daß es mir Meriten bei Google eingebracht hat (aber, an den Coach: ich bessere mich und habe ein umfassendes "behandle-dich-selbst-besser"-Programm eingeleitet). Ich hoffe, daß sich die verschobene Balance - Arbeit super, Privatleben = Hölle - in nächster Zeit wieder ausgleicht. Schwierige Situationen meistern lernt man hier jedenfalls allemal.

Eine große Entschuldigung an alle, die mittlerweile denken müssen, ich sei tot - es war einfach eine extrem harte Zeit, und meistens fehlten mir da echt die Ressourcen, um Lebenszeichen von mir zu geben. Nun bin ich `resurfaced´ und werde mich hier wieder öfter zu Wort melden.

Unter anderem werde mal eine Reihe Fotos posten, die in den letzten Wochen entstanden sind, denn es gab ja durchaus auch ein paar seltene schöne Tage. Wenn Axel hier war natürlich, aber auch mit Greg und Zoe, die unlängst zu Besuch waren. Heute ist es schon wieder zu spät, aber wenn ich die Fotos aufbereitet habe, kommen auch mal wieder ein paar visuelle Updates.

Es umarmt Euch herzlich
Eure Heike

Donnerstag, 17. Juli 2008

Dienstag, 20. Mai 2008

Die Ruhe nach dem Sturm

Hallo meine Lieben,

wenn es einem schlecht ergeht, hat man keine Lust zum Posten. So war das bei mir jedenfalls die letzte Zeit - in der WG hatten sich einige Spannungen aufgebaut, die sich dann schlagartig letzten Donnerstag entluden. Da die betreffende Mitbewohnerin dann übers WE weggefahren war, hatten wir beide Zeit, uns etwas zu beruhigen. Das war notwendig und auch ganz gut, denn jetzt geben sich gerade alle Mühe, es nicht wieder so weit kommen zu lassen. Wir werden sehen, wie es weiter läuft.

Zur Ablenkung habe ich dann endlich mal den Balkon bepflanzt. So wie ich beim Schleppen strahlte hätte man denken können, der Sack Erde sei ein Sack voll Gold! Aber ein Sack Erde ist in Dublin 2 auch recht selten! Anyway, hier die (kleinen aber feinen) Ergebnisse meiner Bemühungen:



Das wird also mal meine grüne Oase zur Entspannung von der Arbeit. Die übrigens immer besser wird. Zusätzlich zu dem Kundenservice-Job habe ich jetzt zwei Rollen, die sich mit der Qualitätssicherung von allerhand Texten befassen - Arbeit, die mir sehr liegt und gefällt. Aber die nächsten Monate werden tough, die Schonfrist ist jetzt, das merkt man deutlich, vorbei.

Ansonsten ist alles ruhig, außer daß neulich tatsächlich die Polizei anrief und mir mitteilte, man habe die Diebin meiner Handtasche erwischt und sie gehe jetzt in den Knast! Sie ist eine Droganabhängige, die wohl eine ganze Reihe solcher und anderer Delikte verübt hat. Meine Tasche und Papiere bleiben natürlich verschwunden - weiß Gott, auf welcher Deponie die jetzt verrotten. Angesichts dieser Tatsache ist die Mitteilung nicht unbedingt befriedigend. Wie auch immer, jedenfalls bestiehlt die jetzt niemanden mehr.

Ich beschließe den Post mit dem Bild des asiatischen Tempels, den mein Pabba :-) bei uns im Garten gerade gebaut hat (wohlgemerkt frei Hand und ohne Bausatz!), und der, wie ich finde, absolut genial geworden ist! Hut ab. Aber urteilt selbst!

Vorher sagt Euch gute Nacht
die Katze


Samstag, 26. April 2008

Von Abschiedsparties, einem Besuch in der Hölle und einer Hochzeit

Meine Lieben,

gestern war ich mit Jesus in der Ocean Bar - - "ok", denkt ihr jetzt, "nun hat der Alkohol seinen Tribut gefordert". Aber nein, ich arbeite nur in einem äußerst internationalen Konzern, in dem spanische Kollegen schon mal Jesus heißen! Ich traf ihn bei der farewell party einer Kollegin, die ins Santa Monica office wechselt. Darüber sind wir alle sehr traurig, denn sie ist echt mit die Seele unseres departments - immer gut drauf, aber nicht gespielt, kennt alle und hat immer Zeit für ein nettes Wort, auch wenn sie als Managerin ganz und gar nicht wenig Arbeit auf dem Tisch hat. Sie hat das Dublin office mit aufgebaut, und die Leute der ersten Stunde sind natürlich eng mit ihr befreundet - da gab es einige Tränen gestern. Aber die open bar und der Auftritt einiger Kollegen als New Kids on the Block (h-i-l-a-r-i-o-u-s! ) sorgten dann doch für gute Stimmung (Anmerkung: da es sich bei den Typen um attraktive Endzwanziger bis Mittdreißiger handelte, von denen einige erstaunlich gut tanzen konnten, war auch kein Fremdschämen angesagt.)

Danach wollte ich eigentlich nach Hause (immerhin bin ich jetzt 29 und dementsprechend altersfaul), aber Alper und ein paar andere Leute schleiften mich nach Temple Bar, wo wir seit langer Zeit mal wieder fast die gesamte Noogler-Truppe zusammen hatten (abgesehen von Lya - steifer Nacken - und dem armen Giuliano, dem gerade die Mandeln rausgenommen wurden nach dem Ski-Trip. )

(For those of you who don´t know: Google ist gerade mit 2500 Leuten aus allen möglichen ihrer europäischen Büros auf einen Ski-Trip nach Soelden gefahren - selbstverständlich alles komplett finanziert. Ich selber war nicht mit, da ich bei der im letzten Post bereits erwähnten Hochzeit war. Aber die Kollegen hatten eine gute Zeit - was für die Daheimgebliebenen vor allem durch ihre Apothekenbesuche deutlich wird. Sie sind sonnenverbrannt, geprellt, verrenkt oder haben sich so erkältet, daß ihnen die Mandeln entfernt werden müssen...:-).

Doch zurück nach Temple Bar. Nach einem Pint Strawberry Beer (die laurels für diese Entdeckung gehen an Anias Freund James) war den anderen nach Clubbing zumute. Mir nicht. Ich wollte mich also klammheimlich aus dem Staub machen, als sie meine Absichten entdeckten und wirklich alles aufboten, um mich dazu zu bewegen, mitzukommen. Was kann man schon noch tun, wenn fünfzehn Leute um einen herumstehen und in ihrem absolut süßen Schul-Deutsch und zahlreichen anderen Sprachen auf einen einreden. Ich ließ mich also breitschlagen.

Erkenntnis 1: auch mit fast 30 kann man sich peer pressure nur schwer entziehen.
Erkenntnis 2: Doch man zahlt dafür.

In meinem Fall nur mit 10 Euro (gottseidank weniger mit Verlust von Selbstachtung oder Würde oder beidem, wie früher eben...). Der Club, in den wir letztendlich gingen, kam meiner Vorstellung der Hölle jedenfalls erstaunlich nahe. Steigt mit mir hinab und stellt euch einen unterirdischen, weitläufigen, aber total verwinkelten Raum mit entsetzlicher Luft vor. Alles ist in verranztem 70er Jahre-Design gehalten, und von Leuten bevölkert, deren Outfit eines verdeutlicht: Das Wort Geschmack ist ein Fremdwort für sie. Wo auch immer man steht wird man von komatös Betrunkenen brutal angerempelt, und über die Musik will ich mal gar nicht erst sprechen... Ok, I might exaggerate just a tiny bit - aber insgesamt war der Eindruck so überwältigend schrecklich, daß ich beschloß zu gehen. Geld verschwenden ist eine Sache, aber Lebenszeit...schließlich hab ich davon nun auch nicht mehr soo viel ;-) Wie auch immer, I just shouldn´t have gone in the first place. Aber zumindest weiß ich jetzt, wo ich mich ganz bestimmt kein zweites Mal hinbegebe.

Nun aber noch mal kurz zu der Hochzeit, bei der Axel und ich letztes Wochenende Gäste waren. Es war wirklich ein schönes Fest, mit wirklich guten Showeinlagen von Freunden (und ihr wisst, wie total bescheuert ich solche Spiele normalerweise finde). Hier einige Bilder der wunderschönen Braut und des Paares:

Sabines Hochzeit


Möglicherweise kommen bald noch welche von Axel und mir dazu. Oh, nein, keine Angst, das ist keine neumod´sche Hochzeitseinladung per Blog! Aber ein Bild von meinem ZWEITEN gefangenen Brautstrauß darf dann doch nicht fehlen finde ich... :-) Ich habe den schalen Verdacht, ich fang den immer nur, weil sonst keiner heiraten will, aber diesmal stand ich da wirklich einfach nur rum, ehrlich, er wollte halt einfach zu mir. Besonders befriedigend für das Publikum war dann die Tatsache, daß ausgerechnet Axel den vom Bräutigam geworfenen Schlips fing! DO I NEED TO SAY MORE?! Nun ja, Gemach, Gemach ist die Devise. Ich verspreche jedenfalls richtige Hochzeitseinladungen und nicht nur eine Notiz im Blog wenn es dann soweit ist.

On this note, I´ll end this post to shower and then go into town and spend money (another beautiful paycheck sweetened last Thursday...). Und keine Angst: mein intellektuelles Überleben :-) ist durch Janas Magisterarbeit gesichert, deren letztes Kapitel ich später korrigieren werde. (Thanks for teaching me about Emma & Clueless darling, I believe it´s gonna be a great piece of work!)

Liebe Grüße und große Umarmung
von euer Heike

Montag, 14. April 2008

the good life

Meine Lieben,

da ich nächstes Wochenende nach Bremen/Hamburg zu Sabines und Lukas Hochzeit fahre, schnell jetzt noch ein kleiner Post, bevor es a) wieder nichts wird und b) schon wieder neue Fotos da sind.

Die nachfolgenden wurden auf unserer housewarming party aufgenommen, die wir letzten Freitag mit großem Erfolg hinter uns gebracht haben: Das Essen, die Wohnung und wir Mädels waren unstrittig todschick, und sind auch angemessen gewürdigt worden ;-)

Housewarming & 80ies Party


Nathalie hat dann in der Nacht noch aufgeräumt, so daß ich am nächsten Morgen nur noch die klebrigen Böden wischen musste... Dementsprechend war der Samstag sehr faul (99 % davon lag ich im Bett und hab Gilmore Girls geguckt). Abends haben wir dann gerade noch genug Energie aufgebracht, um uns "Becoming Jane" mit James McAvoy anzusehen und ihn anzuhimmeln. Ich meine, mir war ja klar, daß Auslandsaufenthalte immer mit einem decrease in maturity einhergehen, aber daß es so schlimm kommen würde... ;-)

Sonntag habe ich mich dann in den Vorort Blackrock aufgemacht und den Flohmarkt besucht, auf dem zum meinem größten Glück jetzt auch Blumen verkauft werden. Auch die kriegt man hier selbstverständlich nicht einfach so in der Stadt, wo kämen wir denn da hin! Am Stadtrand gibt es sowas wie Gartencenter, die aber für mich ohne Auto ziemlich unerreichbar sind. Darum war diese Quelle ein echtes Geschenk des Himmels.

Und wie der Zufall so spielt, habe ich dort auch gleich noch einen Yoga-Kontakt erschlossen! An einem Stand mit Perlenschmuck kam ich mit der Besitzerin ins Gespräch und bat sie um ihre business card. Sie entschuldigte sich dann dafür, daß da auch ihre Tätigkeit als Yoga-Lehrerin erwähnt wurde - ich hingegen fand es toll, da es nicht viel kostet und auch die Art von Yoga ist, die ich in Hamburg gemacht habe. Vielleicht kann ich da dann sogar mit dem Fahrrad hinfahren...-die persönliche Infrastruktur wächst!

On that note: byebye & liebe Grüße an Euch alle,

die Katze

Montag, 7. April 2008

March / April digest


Ich dachte mir, ich breche das Schweigen - wie so oft :-) - mit einem Foto. Diesmal von der Geburtstagskarte, die meine verrückten Schwestern mir gebastelt haben. Was man mit Kreativität und einer Schachtel alter Geschenkbänder nicht so alles anstellen kann... Noch mal lieben Dank dafür, ihr "zwei beiden" (wie der Bremer sagen würde).

Ansonsten hat mich das Leben in Dublin doch einigermaßen vereinnahmt:

- mein Portemonnaie wurde gestohlen, und es folgte eine Phase von Depression und Wiederbeschaffungsmaßnahmen

-Stimmungs-Wendepunkt dann am Montag dem 24., als ich mich mit Florian & Geraldine (DAAD Dublin) zu einer kleinen Wanderung um die Halbinsel Howth aufgemacht habe (Bilder folgen.)

-Am 29. und 30. war dann Axel hier, und hat genüßlich mein dekadentes Hedonistenleben mit mir geteilt ;-) Unter anderem waren wir köstlich französisch essen, bei Chez Max, einem entzückenden (und dieses Wort verwende ich nicht oft!) kleinen Restaurant, das sich in die Mauern des Dublin Castle schmiegt.

-Das letzte Wochenende bestand vorwiegend aus Faulheit und Partyleben, doch jetzt ist abends wieder lernen angesagt: bei Google zu arbeiten, heißt eben manchmal auch: abends noch studieren. Oh, aber ein Fahrrad habe ich mir Sonntag gekauft (ja, nach der Kirche sind die Läden offen!), sowie insgesamt 3 Schlösser. Nicht umsonst ist im Reiseführer ein Bild einer Statue, welche einen abgetrennten Kopf an den Haaren in der Hand hält, mit der Unterschrift versehen: "That´ll teach you to steal my bike!". Dublin might have a problem here.

-Nathalie und ich haben den "Satz des Tages" eingeführt, der - unserer unmittelbaren Lebenswelt entleht - von ihr ins Deutsche und von mir ins Französische übersetzt werden muss. It´s about as much as we can manage... :-)

-Ansonsten planen Axel und ich gerade unseren Jahresurlaub in Rom im September! Haben ein hübsches B&B in der Nähe des Termini-Bahnhofs entdeckt und sind schon jetzt voller Vorfreude.

-Und last but not least: Greg ist an der Universität von New York angenommen worden! Er wird dort einen Master in Urban Planning machen. (Katharina: ".. ...!" :-) Und wo werde ich wohl nächstes Jahr hinfahren? ;-) Abgesehen davon: Congrats, Greg! Very proud of you!

So viel für den Moment,
ich vermisse Euch alle und danke Euch an dieser Stelle noch mal herzlich für all die lieben Geburtstagsgrüße!

Bis bald grüßt
eine übermüdete
Katze

Samstag, 22. März 2008

Geburtstag

Meine Lieben,

da die irische Post es ja leider nicht geschafft hat, ein einziges Eurer Päckchen rechtzeitig zu liefern, musste ich mich wohl oder übel selbst beschenken. Da passte es hervorragend, daß mein Geburtstag diesmal auf den Karfreitag fiel und ich Zeit für einen kleinen Ausflug zum Powerscourt Estate hatte. Join me by clicking on the album:

Powerscourt


Abends haben meine Mitbewohnerinnen und ich dann ganz klein zu Hause gefeiert - die Verrückten, die Ihr aus den Fotos kennt, sind über Ostern alle verreist. Nathalies Freund hatte eine Flasche Champagner aus Frankreich mitgebracht, der wir bei dieser Gelegenheit den Gar ausmachen konnten. Dazu hatten wir hervorragendes indisches Essen von Rice & Spice, genau der Kette, bei der wir schon in UEA immer bestellt haben! Fond memories...

Besonders schön war dann noch der bereits im Album erwähnte Gehaltsscheck! I´m a rich girl and I´m gonna go into town to spend looooots of money. Ja, Papa, ich weiß, ich werde außerdem auch sparen und eine Haube aufsetzen, wenn ich rausgehe ;-)

Oh, und um auf die Anmerkungen aus dem letzten Post zurückzukommen:
- Brot: Ich habe einen LIDL gefunden, bei dem es Schwarzbrot gibt! Richtiges, deutsches Schwarzbrot. Das hat mich sehr glücklich gemacht.
- Kuchen: ich weiß nicht, wie irische Mamas Kuchen backen, ich konnte jedenfalls weder Backpulver noch Vanillezucker finden. Hier kaufen alle nur Fertigkuchen, die selbstgebacken aussehen, selbstverständlich zu horrenden Preisen. (Insider für Ania: "Alle Inder machen immer nur Filme mit Schnee" - ich bin mir der Generalisierungen bewusst... ;-) Also musste ich auf eine Backmischung zurückgreifen - Industrieprodukte! Bah! Entsprechende Importe aus Deutschland werden immer notwendiger - die Liste der zu erwerbenden Produkte wächst täglich.
- Gesundheitssystem: NIE WIEDER werde ich mich über die lächerlichen 10 € aufregen, die man in Deutschland bezahlt! Hier durfte ich für Arztbesuch und Antibiotika 70 € cash auf den Tisch legen! Zwar bekomme ich von den 40 € für den Arztbesuch 30 erstattet, aber meine jährlichen 30 € Medikamentenkosten sind mit dem Antibiotikum aufgebraucht. Und ich bin über Google mit einer der besten Krankenversicherungen ausgestattet... nicht auszudenken, was Familien machen, oder Leute ohne Zusatzversicherung! Die sozialen Unterschiede werden an dieser Stelle leider sehr deutlich. So wie auch Sonntag abends um 22 Uhr im Supermarkt, wenn man ausschließlich asiatischen Kassierern begegnet.

Soweit einige Beobachtungen. Ich hoffe, es entsteht nicht der Eindruck, ich würde mich nur beklagen - natürlich geht es mir hier grundsätzlich sehr gut. Ich vermisse ich Euch alle sehr, aber ich freue mich auf viele Besuche und vertreibe mir solange die Zeit mit SHOPPING! :-)

In diesem Sinne
herzliche Grüße
von der (alten & morschen) Katze

Dienstag, 18. März 2008

St. Patrick´s Day & Mitbewohner

Meine Lieben,

der erste Post seit Ewigkeiten! Aber jetzt heißt es bye bye Bronchitis und welcome Partywochenende...

Hier die entsprechenden Illustrationen (bitte draufklicken, Webalbum!):

St. Patrick´s Day 2008


Unschwer zu erkennen: St. Patrick´s Day.

Und hier noch meine beiden wunderbaren Mitbewohnerinnen, sowie einige verrückte Freunde:

Mitbewohner


Ihr seht, es geht mir soweit gut. Genauere Beobachtungen zum irischen Gesundheitssystem, der Unmöglichkeit, hier einen Kuchen zu backen, sowie zu deutschem Brot folgen demnächst.

Es grüßt
eine grüne Katze

Dienstag, 26. Februar 2008

kleines visuelles Update

Jaa, die Arbeit ist hart, aber im Pub ist es dann doch entspannt:

-hinter mir mit rotem Schal: Alper (Türkei), der einzige Ingenieur in unserer Runde
-neben ihm mit grünem Oberteil Giuliano (Italien...couldn't have guessed, I know)
-im Vordergrund mit gestreiftem Shirt: Sylvain (okay, ab jetzt das Land nur noch, wenn es sich nicht herleiten lässt)
-in der Mitte mit blonden Locken: Rebecca (US/FR)
-daneben mit dunklen Locken: Lya (Israel) mit der ich zusammenziehe. Nathalie ist hier leider nicht mit drauf, aber ich werde noch mehr Fotos posten.
-Der Große mit Bier im Hintergrund: Mathieu, und neben ihm Oskar (Schweden).
Nur, damit Ihr auch Gesichter zu den Namen habt.

Ansonsten ist es nach wie vor sehr spannend und anstrengend, ich habe jetzt ein Bankkonto und eine Rentenversicherung, und Samstag ziehen wir um. Dann mehr. :-)

Es grüßt herzlich
die gegoogelte Katze

(Ania, die gerade zu Besuch war, hat uns schon bescheinigt, wir seien unerträglich: In jedem Satz kommt mindestens drei Mal das Wort Google vor...)

Samstag, 23. Februar 2008

"It's three lovely Google Girls...

and I have them right here in the car with me, so watch'ya language!" -so unsere relocation-Managerin am Telefon zu einem ihrer Kontakte, als sie uns den ganzen Nachmittag auf der Suche nach einer netten Wohnung durch Dublin fuhr.

Ich habe absichtlich nicht früher gebloggt, weil ich die vage Hoffnung hatte, etwas Schönes berichten zu können, und yeeeeeeeeeeeeey, that's actually the case!

Lya, Nathalie und ich haben heute unsere zukünftige Wohnung gefunden! Hier der Link mit ein paar Fotos:

http://www.daft.ie/searchrental.daft?id=531158&search=1

Ich weiß, das Gebäude ist sehr modern, aber was es an Charakter vielleicht nicht zu bieten hat, macht es durch die Lage wieder wett: 5 Minuten Fußweg zu Google --> keine commuting costs. 15 Min. zu Fuß bis ins Stadtzentrum --> keine nächtlichen Taxis. Die Zimmer sind sehr unterschiedlich groß, aber mit dem ganz kleinen habe ich mit einem Dumpingpreis von 690 € pro Monat ein echtes Schnäppchen gemacht- Dublin 4 wird als das netteste Wohnviertel der Stadt angesehen. Wir haben zwei Badezimmer, eines sogar mit Badewanne (thank God for that!), und die Küche ist mit allen erdenklichen Luxusgeräten ausgestattet: Trockner & Waschmaschine in einem, Geschirrspüler, großer Kühlschrank und separater Gefrierschrank. Jede Menge Stauraum gibt es auch, und einen sehr großen Einbauschrank in meinem Zimmer, auch sehr praktisch.

Angesichts all dieser Vorteile trauere ich nur noch ein ganz bisschen um die Vorstellung, hinter einer pittoresken Dubliner Tür zu wohnen. Schick ist unser Apartment ja auch, vor allem, wenn wir einige von den etwas seltsameren Dekorationen im Wandschrank verschwinden lassen. Es ist ein Ort, der sich mit etwas Arbeit wie ein Zuhause anfühlen kann und in dem Boiler und Heizung funktionieren - ganz guter Schnitt für so eine kurze Suche! Die Hilfe der Firma, die für Google-Angestellte ihren Umzug hierher organisiert, war unschätzbar - wir wären durchgedreht und/oder in Tränen ausgebrochen, hätten wir zu all diesen Apartments selber fahren müssen! Es waren wirklich phantastische dabei, aber einfach ausserhalb unserer Preisklasse. 2600 € pro Monat war einfach nicht drin.

Für die, die den wunderbaren Dubliner Wohnungsmarkt nicht kennen: Nein, ich wurde nicht übers Ohr gehauen: ein Zimmer von 600-800 € zu finden ist wirklich eine Kunst. Wohnungen mit zwei Schlafzimmern kosten von 1400-1800 € im Monat, und wir sind heute an Häusern vorbeigekommen, in denen die hohen Angestellten reicher Firmen für sage und schreibe 10000 € im Monat wohnen. And I´m not kidding. Darum kaufen hier auch alle Eigentum, ist ja das einzige, was man da sinnvollerweise tun kann.

Aber gut, wir sind sorted! Am 1. März ziehen wir ein. Am 8. März kommt dann schon mein geliebter Axel, und am 10. Nathalies Freund (ebenfalls Fernbeziehung, Dublin-Paris). Nach erfolgreicher Mission konnten wir dann sogar noch zum TGIF = Thank God It's Friday. Das findet- wie der Name schon sagt - jeden Freitag bei Google statt, und besteht aus Mitteilungen der Manager, aber hauptsächlich im gemeinsamen Biertrinken (Google lässt es morgens schon kalt stellen) und Feiern. Danach verteilen sich dann alle auf die umliegenden Pubs.

Heute war übrigens auch mein erster Tag am Schreibtisch: als Willkommenspräsent gab´s eine Google Wasserflasche, so eine von den widerstandsfähigen für´s Fahrrad, sehr praktisch & nice. Daran befestigt waren zwei Luftballons, die mit der Aufschrift "Welcome" über meinem Schreibtisch schwebten. Das Trainingsprogramm ist anstrengend, aber man weiß immer, was man zu tun hat und wer einem hilft, was ich momentan sehr angenehm finde.

Die Pubs erfüllen übrigens eine gesunde Mission: Beim Karaoke-Mitsingen baut man Stress viel schneller ab! :-) MITsingen wohlgemerkt. Dazu hatten wir (=verschiedene Leute aus dem Einführungskurs) gestern im Howl at the Moon Gelegenheit. Das ist ein Pub/Club, den ich wohl nicht das letzte Mal von innen gesehen habe, besonders nicht jetzt, da wir quasi um die Ecke wohnen.

Damit ist mir also eine große Last von den Schultern genommen - es ist viel besser, sich in den kommenden Wochen auf den Job konzentrieren zu können, als auf der Suche nach Wohnungen herumzuirren. Damit erstmal genug für heute,

es grüßt eine müde & zufriedene
Katze


Montag, 18. Februar 2008

Give me a G, give me an O ...

... nein, ganz so war´s dann doch nicht! Aber auf die Corporate Identity wurde man schon eingeschworen heute. Ein unheimlich langer Tag, wahnsinnig viel Input, wir mussten gleich präsentieren und Teamwork machen. Aber es war echt alles noch ganz entspannt, die Atmosphäre ist halt nett. Wenn ich noch daran denke, daß ich es mal zum Aufregen fand, vor einer Gruppe an der Hamburger Uni zu stehen und was zu sagen... Aber da sieht man mal, welchen Unterschied es macht, ob das Gegenüber einem wohlgesonnen ist oder nicht. Das ist hier definitiv der Fall.

Informationen für Mama: Ja, das Essen war gut! Es gab Lachs mit grünem Spargel, Kartoffeln, alle möglichen Sorten Salat und Obstsalat aus frischen Früchten hinterher. Den ganzen Tag über freie Getränke aus den Kühlschränken die überall stehen. I´m telling you: I know where the toilets are now!

Zum Abschluss des Arbeitstages gab es dann noch ein T-Shirt und unsere Googler-Badge zum Betreten des Gebäudes:

Google


Dann war eben noch Noogler-Essen im Grand Canal Hotel, fancy fancy. Vollgestopft mit Irischem Roastbeef, Apfelstrudel, Salat, Tomatensuppe und ich weiß nicht was, werde ich jetzt wie alle anderen todmüde ins Bett fallen.

One thing which is nice about people here: They´re not UEA! :-) Alle sind darauf bedacht, daß sie ausgeschlafen zur Arbeit kommen, keiner ist so drauf: "Och koooomm, lass uns noch einen trinken gehen...!" Sehr angenehm und insgesamt a little more grown up. Aber das wird schon auch seine Gründe haben: geschenkt wird einem hier auch nichts in Sachen Arbeitseinsatz, das wurde heute auch deutlich.

Aber ich habe wohl keinen Anlass zum Beschweren möchte man meinen... :-)

Damit ein müdes bye bye für heute
von einer zufriedenen Katze

Samstag, 16. Februar 2008

Orientation

Hallo ihr Lieben,

heute morgen hatte ich meine ganz persönliche orientation. Will heißen: ein dicker Mercedes mit persönlichem Fahrer wartet vor der Haustür und karrt einen einmal durch die gesamte Stadt, damit man sich einigermaßen zurechtfindet.

Hört sich jetzt nach Pflichtveranstaltung an, war´s aber gar nicht. Sich mit Brian (ein zweiter Brian & ein anderer als der, der mich vom Flughafen abgeholt hat) zu unterhalten war echt nett und auch sehr informativ: Er war ca 60 würde ich schätzen, hat 6 Kinder, 3 Söhne und drei Töchter, die alle eine Klosterschule besucht haben, an der wir auf unserer Rundtour auch vorbeikamen. Ich finde es immer sehr interessant, die persönliche Meinung der Leute zu bestimmten Themen zu hören, so habe ich ihn zum Beispiel nach seinen Ansichten zu verschiedenen Zeitungen gefragt und zur Antwort bekommen, die Irish Times sei die beste. Naja, mal prüfen.

So bin ich heute schon unverhofft an einige Orte gekommen, die eigentlich erst viel später auf meinem Plan standen, aber es war toll, denn so konnte ich mir einen ersten Eindruck verschaffen, wie lange es dorthin dauert, wie es aussieht etc. Optimal für die Daytrip-Planung wenn mich mal einer von Euch besuchen kommt. Unter anderem waren wir im Phoenix-Park, der früher englischen Besatzern gehörte und heute neben einer unglaublichen Fläche an Land freilaufende Hirsche beherbergt. Wir fuhren zu einer Stelle, an der der Papst 1979 eine Messe vor über einer Million Leuten gehalten hat, und wo jetzt ein gigantisches Stahlbetonkreuz steht. Brian war dabeigewesen und konnte sehr anschaulich erzählen, wie gigantisch die Veranstaltung war, und wie sie stundenlang laufen mussten, um überhaupt nahe ranzukommen.

- - Danach fuhren wir raus nach Howth, einem ehemaligen Fischerort, der aber jetzt als Vorort der Reichen an Dublin herangewachsen ist. Irgendeiner von U2 hat da auch ein Haus, die Liga also. Sehr schön dort, und es war ein strahlender Tag, leider hatte ich meine Kamera nicht dabei. Mittags war ich dann wieder hier und konnte mich weiter dem Kontakte-knüpfen widmen: Mit zwei Mädchen, die auch ein Zimmer suchen, will ich vielleicht zusammen was mieten, morgen treffen wir uns und sprechen genauer drüber. Die eine ist Französin, die andere kommt aus Israel, beide arbeiten auch bei Google. Zu dritt hat man hier einfach bessere Chancen, etwas anständiges rauszuschlagen für sein Geld. Naja, tbc asap.

Ansonsten habe ich es heute ruhig angehen lassen - die Tage vor der Abreise haben doch ganz schön gezehrt, und die nächsten Wochen werden ja auch nicht gerade ruhig, also habe ich heute am Nachmittag nach dem Skypen mit Axel ein Schaumbad genossen und ein bißchen Zadie Smith gelesen. Gleich nimmt Florian mich dann noch auf eine Party von einem Googler mit. Gestern hab ich im Pub schon einige seiner Teamkollegen kennengelernt, alle sehr nett und aus aller Herren Länder: Argentinien, Italien, Brasilien, Österreich, Frankreich...sehr spannend.

Morgen früh muss ich dann aber das Cocooning beenden und habe mir vorgenommen, auf den Blackrock Market zu fahren und da ein wenig zu stöbern - Wiebke, leider ist Deine Flohmarkt-Box noch im Gepäck, das später ankommt, aber es werden sich sicher noch genug Gelegenheiten finden.

Schönster Ausspruch des Tages: Geht an Brian für die Bemerkung "That´s only God´s country", die sich auf die unwirkliche Schönheit der Landschaft im Südwesten Irlands bezog

Interessante Beobachtungen: Ein Schild auf dem Weinregal bei Tesco, auf dem stand: "If you´re buying alcohol and look under 21, please don´t be offended if we ask you for identification". Daneben ein Foto von einer Frau, die ungefähr wie 12 aussah - mal gucken, wann es mir das erste Mal passiert.

gelernt mit Gleichmut hinzunehmen: daß mich auch hier alle Heiki nennen - das e am Ende ist fatal und man kann es Englisch sprechenden Menschen nicht austreiben.

und Luxus des Tages: Geschirr im dishwasher gewaschen! :-)

Song: For the Widows In Paradise, For The Fatherless in Ypsilanti

Gemütszustand: einigermaßen stabil mit labilen Anteilen.

That must be it for today, gotta go & dress up a little.
Es grüßt
die Katze

Freitag, 15. Februar 2008

bitte das unten stehende Bild anklicken - dann werdet Ihr zum Webalbum weitergeleitet...wusste nicht, ob das so deutlich wird :-)
mein temporäres Zuhause


Dies hier, meine Lieben, ist mein neues Übergangszuhause. Ich wünschte, es wäre mein permanentes, aber dazu reicht dann der Umfang des Geldbeutels wohl nicht so ganz... :-) Also freue ich mich, daß ich wenigstens 30 Tage drin wohnen darf!

Endlich habe ich auch Internetverbindung hier zu Hause - einen ganzen Tag nicht online! Bei der Vorstellung, auch am Wochenende vom Netz abgeschnitten zu sein, wurde mir schon ganz übel. Aber dann kam David von Lansdowne-Apartments vorbei (=Verwaltungsgesellschaft der Wohnanlage) und hat es für mich gefixt ;-) Jetzt kann ich also wieder nach Herzenslust skypen und bloggen, und vor allem e-mails checken! Gestern nach dem Willkommensbier hat Florian netterweise den elektronischen Engpass überbrückt.

Heute morgen habe ich es mit einer für meine Person großen Herausforderung aufgenommen: dem Kauf und der Bedienung eines Handys aus dem 21. Jahrhundert! Es ist sogar Skype-fähig, was ich aber noch nicht ausprobiert habe. Jedenfalls ist es sehr schick und ich bin nun auch erreichbar - Nr. folgt aber lieber per mail.

Dublin hat mich in Sachen Preise schon gebührend begrüßt: Ein Paket Wurst: 3,20 €, Cornflakes 2,70 €... da kam ich mit meinen paar Kröten schon ganz schön ins Schwitzen. Heute habe ich deshalb den Moore Street Market erkundet, wo es Obst und Gemüse zu im Verhältnis sensationell günstigen Preisen gibt. Und außerdem einen Lidl, jawohl, mit Paletten, auf denen deutsche Dosengerichte stehen! Hach war das schön! Aldi gibt´s auch, also ist mein unmittelbares Überleben wohl gesichert.

Nun werde ich mich noch mal nach draußen begeben und ein bißchen rumlaufen, die Gegend erkunden, und ein paar neue Fotos machen.

Es grüßt eine Katze, die noch nicht realisiert hat, daß sie permanent verschifft wurde... :-)

Sonntag, 10. Februar 2008

Reisedaten

Lieben Dank an alle, die gestern auf meiner kleinen Abschiedsparty (Foto folgt) waren - ihr macht es einem wirklich nicht gerade leicht zu gehen! :-) Andererseits weiß ich auch, worauf ich mich freuen kann, wenn ich - zwischendurch oder auch wieder permanent - in Hamburg bin.

Hier auf Grund zahlreicher Nachfragen noch mal meine Reisedaten:

Am 14.02. um 13.20 vom Hamburger Flughafen.
Der erste Arbeitstag ist am 18.02., zwischendurch ist schon mal erste Orientierung und Networking angesagt. Was übrigens über Google Groups auch im Voraus schon möglich ist: Dort sind alle zusammengefügt, die am 18. anfangen und können schon mal Kontakt miteinander aufnehmen - nette Sache. So fühlt man sich nicht so verloren, wenn man dann allen anderen gegenübersteht.

So, nun gilt es, einen Gewitterkoffer zu packen (wunderbarer Begriff von Cato, die diese Institution bei ihren Großeltern auf dem Land kennengelernt hat). Der enthält eine Sammlung wichtiger Dokumente und sorgt dafür, daß mein mühsam errungenes Magisterzeugnis nicht in der Irischen See versinkt.

Bis auf Weiteres grüßt
die immer noch verdrängende
Katze

Mittwoch, 30. Januar 2008

Häufungen


Momentan besteht dieses Blog ja noch eher aus Betrachtungen über die Welt im Allgemeinen, darum heute ein paar Worte zu Situationen, die ich in letzter Zeit erstaunlich häufig erlebt habe:

1) Ungewöhnliche Katzentransporte in U- und S-Bahn. Muss man den Leuten wirklich sagen, daß es für Katzen Transportkörbe gibt? Und daß man diese dann vielleicht auch eher mit dem Auto von A nach B bewegen sollte, als mit öffentlichen Verkehrsmitteln?! Offenbar schon, denn manche meinen, es sei okay, die Katze in eine Schultertasche zu stopfen und ihr den Reißverschluss bis an den Hals zuzuziehen (Illustration I). Andere meinen, ein seltsamer, auf einen Trolley geschnallter Drahtkäfig, umwickelt mit einer Decke, sei optimal für den Transport einer Katze (Illustration II). Needless to say daß die armen Tiere völlig traumatisiert waren und jämmerlich schrien! Lustig allerdings die Reaktionen der Mitreisenden, die ihren Sinnen nicht trauten, oder ihrer Hunde, deren Fell sich als Bürste aufstellte...

2) Nazis in U- und S-Bahn. Kann es sein, daß sich diese richtig üblen Typen mit hochgekrempelter Hose und weißen Schnürsenkeln wieder vermehrt haben? Und dieser Blick, den sie einem zuwerfen! `Guck mich bloß nicht zu lange an oder...!´Besonders übel - wie neulich in der Bahn erlebt - eine alkoholisierte, grölende Gruppe, deren Darbietung von einer flüchtenden Oma auch noch mit den Worten kommentiert wurde: "Ich dachte, so benehmen sich nur die Ausländer!" Erschreckend, daß es solche Karikaturen in Wirklichkeit gibt. Bleibt einem nichts, als seinen Teil dazu beizutragen, daß es anders wird in diesem Land.

3) Übertrieben emotionale Assoziationen mit Irland. "Ach nach Irland! Der Liebe wegen?" = Reaktion des ansonsten kaltschnäuzigen Maklers auf den Grund meines Auszugs. Heute beim Arzt, als ich fragte, ob man ein bestimmtes Medikament dort auch bekommen könne: "Haben Sie da keine Bekannte, die Sie mal danach fragen können?" - Nein, ich habe dort noch kein ausgedehntes, soziales Netzwerk, es gibt Leute, die gehen da hin, weil sie Arbeit haben wollen, wissen Sie... Wieso kriegen die Leute so einen verklärten Blick, wenn sie an Irland denken? Sicher, es ist schön, aber was rechtfertigt diese Euphorie? Vielleicht werd ich´s ja noch herausfinden. Dann an dieser Stelle mehr.

Es grüßt, entrüstet über die Quälerei von Artgenossen,
die Katze

Freitag, 25. Januar 2008

...und schon ist man der `Vormieter´ :-(

Gerade ist eine Horde potentieller Nachmieter durch meine Wohnung getrabt und hat großes Interesse bekundet. Einige sind dem Makler (der den Termin organisiert hatte) vor die Flinte gekommen (Grund: wahlweise zu schüchternes Auftreten, face-check nicht bestanden, Willkür), und ich war froh, als ich die Tür zumachen konnte! Sieht aber wohl recht gut aus, und ich rechne damit, daß ich zum 01.03. aus dem Vertrag entlassen werde - es haben sich über 40 Leute auf die Internet-Anzeige gemeldet! Echt, der Wohnungsmarkt in Hamburg ... er wird nur noch von dem in Dublin getoppt!

Für morgen assistiert mir Ania dankbarerweise mit diversen rides im Auto ihrer Eltern, so daß auch die letzten Deko-Artikel und Boxen mit sentimentalen Erinnerungen (unglaublich, wie VIELE das inzwischen sind!) ihren Platz in Axels Keller einnehmen können.

Mir wird leicht übel, wenn ich daran denke, daß in ca. 3 Wochen Abreise ist - worauf hab ich mich da nur eingelassen! Aber es wird schon gut werden. Bloß der Übergang ist immer etwas holprig. Wenigstens weiß ich schon, daß Brian mich am Dubliner Flughafen abholt und in mein serviced appartment fährt, wo ich die ersten 30 Tage auf Googles Kosten wohnen darf.

Zum Verpacken meiner Sachen kommt eine von Google beauftragte Spedition in meine jetzige Wohnung, bringt alle Materialien mit und hilft mir beim Einwickeln! Hat ja schon was Surreales, wenn man bedenkt, wie man sonst so umzieht... Wäschekörbe mit Badezimmer-Inhalten auf offener Straße kommen mir in den Sinn ...

Die professionell verpackten Sachen werden dann abgeholt und treten ihre Flug- bzw. Seereise an. In Dublin werden sie eingelagert, wenn ich eine Wohnung habe zu mir transportiert, und
gemeinsam wieder ausgewickelt. Anschließend transportieren sie noch das Verpackungsmaterial ab. :-) All das auf Googles Kosten. Ich würde sagen: das kann sich sehen lassen!

Hoffen wir, daß es auch alles so eintrifft.
Nun muss ich schnell in Tiramisu-Mission beim Edeka einkaufen, der bis 22 Uhr geöffnet hat.
Es grüßt
eine sich leicht mulmig fühlende

Katze

Sonntag, 20. Januar 2008

Kulturelles Intermezzo

Am vergangenen Donnerstag habe ich Kisten Kisten sein lassen und bin mit Axel ins Kino gegangen, um mir "Drachenläufer" anzusehen. Die Romanvorlage stammt von Khaled Hosseini und handelt von der Freundschaft zweier Jungen im Afghanistan der 70er Jahre, die eines Tages verraten wird. Amir, der Protagonist, flüchtet nach Amerika und wird dort Schriftsteller. "There is a way to be good again", sagt ihm sein früherer Mentor Rahim Khan bei einem überraschenden Anruf, und Amir kehrt zurück ins Kabul des 21. Jh. ...

Das Buch hat mich außerordentlich beeindruckt: Eine poetische Geschichte ohne die Überfrachtung mit Subplots, die man manchmal bei dieser Art von ethnic novels hat, und die einem - ohne aufdringlich zu sein - auch einen Eindruck von Afghanistan vor den Taliban vermittelt - sicher nicht nur auf meiner mental map ein weißer Fleck! Dazu noch der zentrale Schuld-und-Sühne plot, der mit ein bisschen Action einhergeht, und fertig ist ein fantastisches Buch. Nichts für empfindliche Gemüter though - es gibt Szenen, die man so schnell nicht vergisst, weil sie auf so perfide Art grausam sind. Die werden allerdings der Schönheit und Menschlichkeit so beeindruckend gegenübergestellt, daß sie einfach als Teil des ganzen Spektrums notwendig sind.

Das Buch ist in gewissem Sinne schon sehr visuell: In einer Szene bewirft Amir seinen Freund Hassan mit Granatäpfeln, weil er selbst auch beworfen und für seinen Verrat bestraft werden will. Lässt sich filmisch natürlich eindrucksvoll umsetzen. Die Schauspieler sprechen Farsi, was ich für die einzig wahre Entscheidung halte - Englisch wäre einfach absurd gewesen in dem Kontext. Marc Forster, der auch schon bei dem wunderbaren Finding Neverland Regie geführt hat, strafft genau an den richtigen Stellen und legt seinen Finger so gekonnt auf die wichtigen Elemente des Romans, daß mir während des Films öfter nach Applaudieren zumute war. Lange Rede, kurzer Sinn: Absolut empfehlenswerter Film!

Passt nur auf, daß ihr nicht wie wir 7 bekiffte Afghanen neben Euch habt, die einen auf dicke Hose machen müssen, weil sie zusammen unterwegs sind. Poetische und feinsinnige Szenen sind offenbar in Gesellschaft nur schwer zu ertragen :-) Eigentlich waren sie okay, aber Jungs in Gruppen...naja, ein Thema für sich. Mädchen in Rudeln sind auch schwer verdaulich. Mit dieser bahnbrechenden Erkenntnis verabschiedet sich für heute
die Katze

Mittwoch, 16. Januar 2008

Aufbruch

So, Teil I des Umzugs hat bereits stattgefunden: Meine Bibliothek steht in Axels wunderbarem, trockenen und warmen, mit Linoleum-Fußboden ausgelegtem Keller. Einerseits sehr erleichternd, das nicht noch am Umzugstag machen zu müssen, andererseits ist es hier jetzt schon ungemütlich leer... Aber ich muss mich dem Ganzen ja ohnehin irgendwann stellen.

Ich genieße es jedenfalls, alles in Ruhe machen zu können - sechs Jahre Studium wollen mit Muße aussortiert werden. Auch dafür, daß der Bewerbungsmarathon jetzt erstmal für eine gute Weile vorbei ist, bin ich jeden Tag wieder dankbar.

Aber ein bisschen wehmütig bin ich schon. Gleich werde ich zum Beispiel meine schöne, große Aloe Vera, die ich besitze, seit ich hier in Hamburg bin, bei meiner Schwester unterstellen. (Geschäftsidee dazu: "Aloe-Asyl Hamburg, Siemer mein Name, was kann ich für Sie tun?") Ist ja nicht so, als würde ich sie nie wiedersehen, aber meine individuellen Sachen verschwinden so langsam von hier. Zurück bleibt allerdings das Licht, das in dieser Wohnung immer schon besonders schön war.

-- Google beeindruckt mich jedenfalls immer aufs Neue: Gestern hatte ich um eine Bestätigung meiner neuen Krankenversicherung gebeten, um mich bei der alten abmelden zu können. Eben traf sie per Fed-Ex Luftfrachtbrief hier ein! Würde mich nicht wundern, wenn Google da eine eigene Maschine hat... :-)

So viel für den Moment! Es grüßt
die Katze

Donnerstag, 3. Januar 2008

Einstieg mit Stereotypen

Als durch und durch effizienter Deutscher lese ich zur Vorbereitung auf Irland das sehr amüsante Round Ireland with a Fridge von Tony Hawks (danke noch mal, Kathrin!). Hier nun passend zum Wettervergleich die jeweiligen Klischees aus der Sicht des englischen Autors:

"... Ireland and Germany, countries which seemed at the opposite ends of the spectrum. Germany, a nation bonded by precision and determination; and Ireland, a nation held together by a relaxed attitude and extremely flexible drinking hours."

Na denn - ich werde das empirisch überprüfen :-) Und mich mit Stereotypen noch intensiver auseinandersetzen - tbc...