gestern war ich mit Jesus in der Ocean Bar - - "ok", denkt ihr jetzt, "nun hat der Alkohol seinen Tribut gefordert". Aber nein, ich arbeite nur in einem äußerst internationalen Konzern, in dem spanische Kollegen schon mal Jesus heißen! Ich traf ihn bei der farewell party einer Kollegin, die ins Santa Monica office wechselt. Darüber sind wir alle sehr traurig, denn sie ist echt mit die Seele unseres departments - immer gut drauf, aber nicht gespielt, kennt alle und hat immer Zeit für ein nettes Wort, auch wenn sie als Managerin ganz und gar nicht wenig Arbeit auf dem Tisch hat. Sie hat das Dublin office mit aufgebaut, und die Leute der ersten Stunde sind natürlich eng mit ihr befreundet - da gab es einige Tränen gestern. Aber die open bar und der Auftritt einiger Kollegen als New Kids on the Block (h-i-l-a-r-i-o-u-s! ) sorgten dann doch für gute Stimmung (Anmerkung: da es sich bei den Typen um attraktive Endzwanziger bis Mittdreißiger handelte, von denen einige erstaunlich gut tanzen konnten, war auch kein Fremdschämen angesagt.)
Danach wollte ich eigentlich nach Hause (immerhin bin ich jetzt 29 und dementsprechend altersfaul), aber Alper und ein paar andere Leute schleiften mich nach Temple Bar, wo wir seit langer Zeit mal wieder fast die gesamte Noogler-Truppe zusammen hatten (abgesehen von Lya - steifer Nacken - und dem armen Giuliano, dem gerade die Mandeln rausgenommen wurden nach dem Ski-Trip. )
(For those of you who don´t know: Google ist gerade mit 2500 Leuten aus allen möglichen ihrer europäischen Büros auf einen Ski-Trip nach Soelden gefahren - selbstverständlich alles komplett finanziert. Ich selber war nicht mit, da ich bei der im letzten Post bereits erwähnten Hochzeit war. Aber die Kollegen hatten eine gute Zeit - was für die Daheimgebliebenen vor allem durch ihre Apothekenbesuche deutlich wird. Sie sind sonnenverbrannt, geprellt, verrenkt oder haben sich so erkältet, daß ihnen die Mandeln entfernt werden müssen...:-).
Doch zurück nach Temple Bar. Nach einem Pint Strawberry Beer (die laurels für diese Entdeckung gehen an Anias Freund James) war den anderen nach Clubbing zumute. Mir nicht. Ich wollte mich also klammheimlich aus dem Staub machen, als sie meine Absichten entdeckten und wirklich alles aufboten, um mich dazu zu bewegen, mitzukommen. Was kann man schon noch tun, wenn fünfzehn Leute um einen herumstehen und in ihrem absolut süßen Schul-Deutsch und zahlreichen anderen Sprachen auf einen einreden. Ich ließ mich also breitschlagen.
Erkenntnis 1: auch mit fast 30 kann man sich peer pressure nur schwer entziehen.
Erkenntnis 2: Doch man zahlt dafür.
In meinem Fall nur mit 10 Euro (gottseidank weniger mit Verlust von Selbstachtung oder Würde oder beidem, wie früher eben...). Der Club, in den wir letztendlich gingen, kam meiner Vorstellung der Hölle jedenfalls erstaunlich nahe. Steigt mit mir hinab und stellt euch einen unterirdischen, weitläufigen, aber total verwinkelten Raum mit entsetzlicher Luft vor. Alles ist in verranztem 70er Jahre-Design gehalten, und von Leuten bevölkert, deren Outfit eines verdeutlicht: Das Wort Geschmack ist ein Fremdwort für sie. Wo auch immer man steht wird man von komatös Betrunkenen brutal angerempelt, und über die Musik will ich mal gar nicht erst sprechen... Ok, I might exaggerate just a tiny bit - aber insgesamt war der Eindruck so überwältigend schrecklich, daß ich beschloß zu gehen. Geld verschwenden ist eine Sache, aber Lebenszeit...schließlich hab ich davon nun auch nicht mehr soo viel ;-) Wie auch immer, I just shouldn´t have gone in the first place. Aber zumindest weiß ich jetzt, wo ich mich ganz bestimmt kein zweites Mal hinbegebe.
Nun aber noch mal kurz zu der Hochzeit, bei der Axel und ich letztes Wochenende Gäste waren. Es war wirklich ein schönes Fest, mit wirklich guten Showeinlagen von Freunden (und ihr wisst, wie total bescheuert ich solche Spiele normalerweise finde). Hier einige Bilder der wunderschönen Braut und des Paares:
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| Sabines Hochzeit |
Möglicherweise kommen bald noch welche von Axel und mir dazu. Oh, nein, keine Angst, das ist keine neumod´sche Hochzeitseinladung per Blog! Aber ein Bild von meinem ZWEITEN gefangenen Brautstrauß darf dann doch nicht fehlen finde ich... :-) Ich habe den schalen Verdacht, ich fang den immer nur, weil sonst keiner heiraten will, aber diesmal stand ich da wirklich einfach nur rum, ehrlich, er wollte halt einfach zu mir. Besonders befriedigend für das Publikum war dann die Tatsache, daß ausgerechnet Axel den vom Bräutigam geworfenen Schlips fing! DO I NEED TO SAY MORE?! Nun ja, Gemach, Gemach ist die Devise. Ich verspreche jedenfalls richtige Hochzeitseinladungen und nicht nur eine Notiz im Blog wenn es dann soweit ist.
On this note, I´ll end this post to shower and then go into town and spend money (another beautiful paycheck sweetened last Thursday...). Und keine Angst: mein intellektuelles Überleben :-) ist durch Janas Magisterarbeit gesichert, deren letztes Kapitel ich später korrigieren werde. (Thanks for teaching me about Emma & Clueless darling, I believe it´s gonna be a great piece of work!)
Liebe Grüße und große Umarmung
von euer Heike

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