Freitag, 23. Januar 2009

Wohnungssuche

Also, ich hatte da an sowas gedacht... aber die Realität sieht leider etwas anders aus :)

Bisher habe ich mir zwei Wohnungen angesehen, die erste in Rathmines (ca. 30 Min. mit dem Fahrrad von Google), die zweite in Ballsbridge (ca. 15 Minuten laufen). Die erste war einfach nur deprimierend:

Ein düsteres Schlafzimmer, in dem ein Stromkabel aus der Wand hing, zu dem der Landlord gelangweilt meinte, och ja, da müsse man noch mal was anschließen... Zudem war das Fenster so hoch, dass sich der Eindruck der Gefängniszelle noch verstärkte, und es ging auf eine abgewrackte Wand raus. In der Küche war der Schimmelbefall geschickt hinter einer Wandvertäfelung versteckt worden, und überall war greulicher Teppichboden. Und...und...an den Türen war die Farbe abgeplatzt, und draußen regnete es, und ich war ganz allein. Und all das für 780 € Monatsmiete.

Nein, war ich natürlich nicht, und sooo schlimm war es nicht, glaubt mir, die Standards hier sind noch ganz anders. Immerhin brachte mich der Landlord mit dem Auto zur Arbeit zurück, was ich sehr nett fand. Während der Fahrt rief seine Frau an, die ganz heiß darauf gewesen war, mich als Mieterin zu haben (die Worte "I´m working at Google." wirken sehr gut musste ich feststellen). Sie wollte wissen, wie es gelaufen war, und natürlich konnte er vor mir nicht wirklich reden, also druckste er herum und ich musste mir das Lachen verkneifen - der arme Kerl, er war mit der Ausführung ihrer Befehle leicht überfordert.

Heute habe ich dann eine in Ballsbridge angesehen, dem Stadtteil, in dem ich ganz zu Anfang gewohnt habe, als Google die Unterkunft stellte. Nette Gegend, es gibt tatsächlich Bäume, die ganzen Botschaften und einige altehrwürdige Hotels sind da und es ist wie gesagt nur ein kurzer Fußmarsch zur Arbeit. Das Studio Apartment (unter dem sich unsereins ja ein lichtdurchflutetes bohèmehaftes, mit Oberlichtern versehenes Quartier über den Dächern von Paris vorstellt, mit Künstlertyp vor Staffelei und seiner leicht bekleideten Muse, die ihm Kaffee kocht, wenn sie ihm nicht gerade Modell sitzt...) war ungefähr 14 Quadratmeter groß, und für läppische 760€ zu haben. Man muss sagen, dass es eigentlich ganz liebevoll eingerichtet war, einen schönen Holzfußboden hatte, aber leider keinen Schrank und einen gibbeligen alten Herd. Und die Waschmaschine und der Trockner standen draußen, im Hof, unter so ner Überdachung! Das war mir völlig suspekt, aber nicht sooo schlimm, wie es sich jetzt anhört. Ginge schon, da zu wohnen, aber es ist noch früh zum Gucken - hier ist es ja mehr so: Man kommt, sieht, zahlt und zieht ein - alles innerhalb von 2 Wochen.

Da ich aber noch keine Erfahrung habe, gucke ich mir jetzt allerlei an, denn man muss ja erstmal ein Gefühl dafür entwickeln, was so zu haben ist und ob man nicht gerade über´s Ohr gehauen wird. Morgen sehe ich einige in der 800 bis 850 €-Liga, was dann auch die Grenze des Budgets darstellt. Mein Traum (und ein gar nicht mal so unrealistischer) ist ja immer noch ein Kamin - wir werden sehen.

Ach, und da wir ja hier bei Google lernen "follow-ups sind Pflicht", noch ein paar Sätze zu dem Toastmasters-Treffen. Die Gruppe, die sich jeden Dienstag trifft, besteht aus einer handvoll älterer Herrschaften, die auf sehr liebenswürdige Weise schrullig sind. Dazu kommen dann eine Reihe jüngerer Leute, die aus ganz verschiedenen Beweggründen da sind, die meisten aber glaube ich wg. des freien Sprechens im Beruf. Es war eine sehr wohlwollende und nette Atmosphäre, und ich könnte mir gut vorstellen, dass es mir da leichter fällt, vor allen zu sprechen, als in Trainings oder auf der Arbeit. Werde wohl weiter hingehen, und auch daher wäre eine Wohnung in Ballsbridge ziemlich gut geeignet.

Also meine Lieben, drückt mir die Daumen - vielleicht finde ich ja schon die nächsten Tage was!

Es grüßt euch herzlich
eure Katze

Mittwoch, 21. Januar 2009

Hallo meine Lieben,

heute will ich mal kurz berichten, was bei mir so läuft, wenn ich mich gerade nicht in Traumwelten mit Mr. Darcy flüchte - Colin Firth hasst die Rolle zwar inzwischen, oder hat die Phase des Hasses inzwischen schon hinter sich, aber das wird leider gar nichts daran ändern, dass er Strohwitwen wie mir immer wieder zu schönen Abenden verhilft. Dank Youtube könnt ihr euch selbst von seinen Qualitäten überzeugen:



Mein ganz persönlicher real-life Mr. Darcy war letztes Wochenende wieder mal hier. Leider ging sein Flug erst sehr spät, und kam wegen eines typisch irischen Unwetters noch später an als geplant, so dass er erst gegen sieben am Samstag hier war. So blieb uns eigentlich nur der Sonntag, aber an dem haben wir es uns dann auch richtig gut gehen lassen.

Nach einem späten Frühstück haben wir uns erstmal in die Nationalgalerie (die ich sehr liebe) aufgemacht und uns dort eine Ausstellung über Hugh Douglas Hamilton zu Gemüte geführt. Interessant waren die vielen `Kreise´, die sich für uns schlossen: Hamilton war ein großer Bewunderer Canovas, dessen Cupid & Psyche ich ja kürzlich im Louvre in Paris gesehen habe. Außerdem waren wir sehr stolz auf uns, als wir in Erinnerung an Rom eine Kopie des Spinario wiedererkannten - das Original hatten wir in den Kapitolinischen Museen besichtigt.

William Turner war ja auch ein begeisterter Rom-Reisender - seine Aquarelle, die davon und von anderen Reisen und seiner Faszination mit dem südlichen Licht zeugen, waren ebenfalls zu sehen. Man konnte richtig nachvollziehen, wie er sich vom Realistischen und Gegenständlichen abgewandt hat. Und der ganze Kunstgenuß wohlgemerkt kostenfrei. Mir gefiel auch, dass die Iren ihre Kinder mit in die Galerie nahmen - war zwar nicht leise oder besonders kontemplativ, aber dafür konnte ich viele Kleinkinder in entzückenden roten Wintermäntelchen beobachten. Bei einer Verschnaufpause im Millenium Wing (Foto oben) tickte die biologische mal wieder besonders laut, so dass Axel es sogar vorzog, mich in das ebenfalls nicht besonders genehme, aber immerhin unverfängliche Terrain des Shops zu verfrachten.

Ich liebe diesen Shop, fast so sehr die das Queen of Tarts, zu dem wir danach zu einem späten Mittagessen aufbrachen. Nach einer frisch zubereiteten Suppe aus "winter vegetables" gönnten wir uns ein Stück Pflaumenkuchen mit Schlagsahne, das die Speichelproduktion so ankurbelte, wie es sonst noch nicht mal Mr. Darcy vermag! Köstlich! Da war es gut, dass Montag endlich wieder Yoga anfing.

Gestern hatte ich dann auch einen sehr ereignisreichen Tag, weil ich erstens in der Mittagspause meine erste Wohnungsbesichtigung hatte, und zweitens am Abend Florian zu den Toastmasters begleitete. Zum Zweiten zuerst: Nein, mit Toastern hat das nix zu tun, sondern mit toast --> Rede. Aber ich merke schon, über diese Erfahrungen muss ich wohl am Wochenende berichten, denn gerade knurrt mir furchtbar der Magen, und es ist auch schon wieder viel zu spät.

Beschränke ich mich also auf einen lieben Gruß an euch alle
und danke denjenigen, die mir in letzter Zeit so liebe Briefe geschrieben haben.

Eure Katze

Freitag, 16. Januar 2009

Donnerstag, 8. Januar 2009

Neues Jahr, neues Glück!

Meine Lieben,

frohes neues Jahr euch allen! Schon ist es wieder der 8. Januar, und daher setze ich gleich mal die die New Year´s resolution um, euch öfter mit Updates aus meinem asketischen Leben zu versorgen :)

Ich hoffe, euch ist es gut ergangen! Ich hatte ein paar schöne Tage in Hamburg und Bremen. Santa war dieses Jahr ganz besonders niedlich...



Und nicht nur war Santa niedlich, sondern auch äußerst großzügig: Viele neue Bücher (vor allem zu New York, denn dieses Jahr im September wollen Axel und ich Greg dort besuchen, der dort jetzt ja seinen Master in Urban Planning macht) und andere schöne Dinge. Das führte dazu, dass ich eine saftige Summe - 60 € - für Übergepäck berappen musste! Ich war empört, musste dann aber schnell in den sauren Apfel beißen, weil mein Handgepäck auch mindestens doppelt so schwer war wie erlaubt. Bevor sie also noch auf die Idee kamen, das wiegen zu wollen, marschierte ich lieber zähneknirschend zum Halsabschneider-Schalter und ließ mir das Geld aus der Tasche ziehen.

Jaa, schwere Taschen, wieder einmal ein Abschied schweren Herzens und voller schöner Erinnerungen. Besonders schön und vor allem entspannend waren die zwei Tage, die Axel und ich auf Fehmarn bei Anne und Stefan verbrachten, die wir über Silvester besuchten. Da Anne ja (mit meinem Patenkind :)) schwanger ist, war es ein ruhiges Silvester, und haargenau das, was ich mir gewünscht hatte: schön essen, paar Raketen, bißchen rumliegen, total verpeilt Bleigießen und dann herausfinden, dass man den Löffel tief über die Wasseroberfläche halten muss... was man natürlich vorher im Eifer des Gefechts nicht gelesen hat, obwohl es in fetter Schrift auf der Packung stand... wir hatten schon unseren Spaß. Es war auch herrlich, mal aus der Stadt raus zu sein, und das neue Jahr mit einem Strand-Spaziergang zu beginnen kann ich nur empfehlen. Ich lasse mal wieder die Bilder für sich sprechen:

Silvester 2008 / 2009


Schöner hätte ich mir den Jahresanfang nicht wünschen können. Relativ bald danach musste ich dann auch schon zurück nach Gotham City fliegen, wo das Leben nun schon wieder fast seinen geordneten Gang geht. Noch fällt allen der unnatürliche Zustand des Arbeitens sehr schwer, und nur die Ausgabe des Weihnachts-Bonus (einem Google-Phone, das hier neben mir auf der Fensterbank vor sich hinläd und sogar bei dieser profanen Aufgabe ziemlich schick aussieht) konnte ein wenig Begeisterung wecken.

Auf den Weg zur Arbeit traf ich wieder meine "alte Freundin", eine junge Frau, bei der ich nicht umhin kann, sie insgeheim mit einer Klorolle zu assoziieren, und zwar, weil sie eine Mütze trägt, die unten mit so Rüschen versehen ist, genau wie einer von diesen gehäkelten Old School Klorollen-Versteckern für´s Auto! Die Frau ist echt ein Phänomen: Schnewittchenhaft gekleidet wippt sie zur Arbeit, und kommt mir abends um halb acht mit genau demselben Hupfdohlengang wieder entgegen.

Aber eine weitere New Year´s resolution sollte doch darin bestehen, nicht immer über alle so gemein zu denken - darum Schluß mit der Lästerei :)

Es ist auch schon wieder spät, und ich muss demnächst auch mal den Tag ausklingen lassen.

Allen, denen ich es nicht persönlich sagen konnte, noch mal alles Gute und ein tolles Jahr 2009!

Um die Beine streicht euch
Eure Katze