Mittwoch, 21. Januar 2009

Hallo meine Lieben,

heute will ich mal kurz berichten, was bei mir so läuft, wenn ich mich gerade nicht in Traumwelten mit Mr. Darcy flüchte - Colin Firth hasst die Rolle zwar inzwischen, oder hat die Phase des Hasses inzwischen schon hinter sich, aber das wird leider gar nichts daran ändern, dass er Strohwitwen wie mir immer wieder zu schönen Abenden verhilft. Dank Youtube könnt ihr euch selbst von seinen Qualitäten überzeugen:



Mein ganz persönlicher real-life Mr. Darcy war letztes Wochenende wieder mal hier. Leider ging sein Flug erst sehr spät, und kam wegen eines typisch irischen Unwetters noch später an als geplant, so dass er erst gegen sieben am Samstag hier war. So blieb uns eigentlich nur der Sonntag, aber an dem haben wir es uns dann auch richtig gut gehen lassen.

Nach einem späten Frühstück haben wir uns erstmal in die Nationalgalerie (die ich sehr liebe) aufgemacht und uns dort eine Ausstellung über Hugh Douglas Hamilton zu Gemüte geführt. Interessant waren die vielen `Kreise´, die sich für uns schlossen: Hamilton war ein großer Bewunderer Canovas, dessen Cupid & Psyche ich ja kürzlich im Louvre in Paris gesehen habe. Außerdem waren wir sehr stolz auf uns, als wir in Erinnerung an Rom eine Kopie des Spinario wiedererkannten - das Original hatten wir in den Kapitolinischen Museen besichtigt.

William Turner war ja auch ein begeisterter Rom-Reisender - seine Aquarelle, die davon und von anderen Reisen und seiner Faszination mit dem südlichen Licht zeugen, waren ebenfalls zu sehen. Man konnte richtig nachvollziehen, wie er sich vom Realistischen und Gegenständlichen abgewandt hat. Und der ganze Kunstgenuß wohlgemerkt kostenfrei. Mir gefiel auch, dass die Iren ihre Kinder mit in die Galerie nahmen - war zwar nicht leise oder besonders kontemplativ, aber dafür konnte ich viele Kleinkinder in entzückenden roten Wintermäntelchen beobachten. Bei einer Verschnaufpause im Millenium Wing (Foto oben) tickte die biologische mal wieder besonders laut, so dass Axel es sogar vorzog, mich in das ebenfalls nicht besonders genehme, aber immerhin unverfängliche Terrain des Shops zu verfrachten.

Ich liebe diesen Shop, fast so sehr die das Queen of Tarts, zu dem wir danach zu einem späten Mittagessen aufbrachen. Nach einer frisch zubereiteten Suppe aus "winter vegetables" gönnten wir uns ein Stück Pflaumenkuchen mit Schlagsahne, das die Speichelproduktion so ankurbelte, wie es sonst noch nicht mal Mr. Darcy vermag! Köstlich! Da war es gut, dass Montag endlich wieder Yoga anfing.

Gestern hatte ich dann auch einen sehr ereignisreichen Tag, weil ich erstens in der Mittagspause meine erste Wohnungsbesichtigung hatte, und zweitens am Abend Florian zu den Toastmasters begleitete. Zum Zweiten zuerst: Nein, mit Toastern hat das nix zu tun, sondern mit toast --> Rede. Aber ich merke schon, über diese Erfahrungen muss ich wohl am Wochenende berichten, denn gerade knurrt mir furchtbar der Magen, und es ist auch schon wieder viel zu spät.

Beschränke ich mich also auf einen lieben Gruß an euch alle
und danke denjenigen, die mir in letzter Zeit so liebe Briefe geschrieben haben.

Eure Katze

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