Samstag, 26. April 2008

Von Abschiedsparties, einem Besuch in der Hölle und einer Hochzeit

Meine Lieben,

gestern war ich mit Jesus in der Ocean Bar - - "ok", denkt ihr jetzt, "nun hat der Alkohol seinen Tribut gefordert". Aber nein, ich arbeite nur in einem äußerst internationalen Konzern, in dem spanische Kollegen schon mal Jesus heißen! Ich traf ihn bei der farewell party einer Kollegin, die ins Santa Monica office wechselt. Darüber sind wir alle sehr traurig, denn sie ist echt mit die Seele unseres departments - immer gut drauf, aber nicht gespielt, kennt alle und hat immer Zeit für ein nettes Wort, auch wenn sie als Managerin ganz und gar nicht wenig Arbeit auf dem Tisch hat. Sie hat das Dublin office mit aufgebaut, und die Leute der ersten Stunde sind natürlich eng mit ihr befreundet - da gab es einige Tränen gestern. Aber die open bar und der Auftritt einiger Kollegen als New Kids on the Block (h-i-l-a-r-i-o-u-s! ) sorgten dann doch für gute Stimmung (Anmerkung: da es sich bei den Typen um attraktive Endzwanziger bis Mittdreißiger handelte, von denen einige erstaunlich gut tanzen konnten, war auch kein Fremdschämen angesagt.)

Danach wollte ich eigentlich nach Hause (immerhin bin ich jetzt 29 und dementsprechend altersfaul), aber Alper und ein paar andere Leute schleiften mich nach Temple Bar, wo wir seit langer Zeit mal wieder fast die gesamte Noogler-Truppe zusammen hatten (abgesehen von Lya - steifer Nacken - und dem armen Giuliano, dem gerade die Mandeln rausgenommen wurden nach dem Ski-Trip. )

(For those of you who don´t know: Google ist gerade mit 2500 Leuten aus allen möglichen ihrer europäischen Büros auf einen Ski-Trip nach Soelden gefahren - selbstverständlich alles komplett finanziert. Ich selber war nicht mit, da ich bei der im letzten Post bereits erwähnten Hochzeit war. Aber die Kollegen hatten eine gute Zeit - was für die Daheimgebliebenen vor allem durch ihre Apothekenbesuche deutlich wird. Sie sind sonnenverbrannt, geprellt, verrenkt oder haben sich so erkältet, daß ihnen die Mandeln entfernt werden müssen...:-).

Doch zurück nach Temple Bar. Nach einem Pint Strawberry Beer (die laurels für diese Entdeckung gehen an Anias Freund James) war den anderen nach Clubbing zumute. Mir nicht. Ich wollte mich also klammheimlich aus dem Staub machen, als sie meine Absichten entdeckten und wirklich alles aufboten, um mich dazu zu bewegen, mitzukommen. Was kann man schon noch tun, wenn fünfzehn Leute um einen herumstehen und in ihrem absolut süßen Schul-Deutsch und zahlreichen anderen Sprachen auf einen einreden. Ich ließ mich also breitschlagen.

Erkenntnis 1: auch mit fast 30 kann man sich peer pressure nur schwer entziehen.
Erkenntnis 2: Doch man zahlt dafür.

In meinem Fall nur mit 10 Euro (gottseidank weniger mit Verlust von Selbstachtung oder Würde oder beidem, wie früher eben...). Der Club, in den wir letztendlich gingen, kam meiner Vorstellung der Hölle jedenfalls erstaunlich nahe. Steigt mit mir hinab und stellt euch einen unterirdischen, weitläufigen, aber total verwinkelten Raum mit entsetzlicher Luft vor. Alles ist in verranztem 70er Jahre-Design gehalten, und von Leuten bevölkert, deren Outfit eines verdeutlicht: Das Wort Geschmack ist ein Fremdwort für sie. Wo auch immer man steht wird man von komatös Betrunkenen brutal angerempelt, und über die Musik will ich mal gar nicht erst sprechen... Ok, I might exaggerate just a tiny bit - aber insgesamt war der Eindruck so überwältigend schrecklich, daß ich beschloß zu gehen. Geld verschwenden ist eine Sache, aber Lebenszeit...schließlich hab ich davon nun auch nicht mehr soo viel ;-) Wie auch immer, I just shouldn´t have gone in the first place. Aber zumindest weiß ich jetzt, wo ich mich ganz bestimmt kein zweites Mal hinbegebe.

Nun aber noch mal kurz zu der Hochzeit, bei der Axel und ich letztes Wochenende Gäste waren. Es war wirklich ein schönes Fest, mit wirklich guten Showeinlagen von Freunden (und ihr wisst, wie total bescheuert ich solche Spiele normalerweise finde). Hier einige Bilder der wunderschönen Braut und des Paares:

Sabines Hochzeit


Möglicherweise kommen bald noch welche von Axel und mir dazu. Oh, nein, keine Angst, das ist keine neumod´sche Hochzeitseinladung per Blog! Aber ein Bild von meinem ZWEITEN gefangenen Brautstrauß darf dann doch nicht fehlen finde ich... :-) Ich habe den schalen Verdacht, ich fang den immer nur, weil sonst keiner heiraten will, aber diesmal stand ich da wirklich einfach nur rum, ehrlich, er wollte halt einfach zu mir. Besonders befriedigend für das Publikum war dann die Tatsache, daß ausgerechnet Axel den vom Bräutigam geworfenen Schlips fing! DO I NEED TO SAY MORE?! Nun ja, Gemach, Gemach ist die Devise. Ich verspreche jedenfalls richtige Hochzeitseinladungen und nicht nur eine Notiz im Blog wenn es dann soweit ist.

On this note, I´ll end this post to shower and then go into town and spend money (another beautiful paycheck sweetened last Thursday...). Und keine Angst: mein intellektuelles Überleben :-) ist durch Janas Magisterarbeit gesichert, deren letztes Kapitel ich später korrigieren werde. (Thanks for teaching me about Emma & Clueless darling, I believe it´s gonna be a great piece of work!)

Liebe Grüße und große Umarmung
von euer Heike

Montag, 14. April 2008

the good life

Meine Lieben,

da ich nächstes Wochenende nach Bremen/Hamburg zu Sabines und Lukas Hochzeit fahre, schnell jetzt noch ein kleiner Post, bevor es a) wieder nichts wird und b) schon wieder neue Fotos da sind.

Die nachfolgenden wurden auf unserer housewarming party aufgenommen, die wir letzten Freitag mit großem Erfolg hinter uns gebracht haben: Das Essen, die Wohnung und wir Mädels waren unstrittig todschick, und sind auch angemessen gewürdigt worden ;-)

Housewarming & 80ies Party


Nathalie hat dann in der Nacht noch aufgeräumt, so daß ich am nächsten Morgen nur noch die klebrigen Böden wischen musste... Dementsprechend war der Samstag sehr faul (99 % davon lag ich im Bett und hab Gilmore Girls geguckt). Abends haben wir dann gerade noch genug Energie aufgebracht, um uns "Becoming Jane" mit James McAvoy anzusehen und ihn anzuhimmeln. Ich meine, mir war ja klar, daß Auslandsaufenthalte immer mit einem decrease in maturity einhergehen, aber daß es so schlimm kommen würde... ;-)

Sonntag habe ich mich dann in den Vorort Blackrock aufgemacht und den Flohmarkt besucht, auf dem zum meinem größten Glück jetzt auch Blumen verkauft werden. Auch die kriegt man hier selbstverständlich nicht einfach so in der Stadt, wo kämen wir denn da hin! Am Stadtrand gibt es sowas wie Gartencenter, die aber für mich ohne Auto ziemlich unerreichbar sind. Darum war diese Quelle ein echtes Geschenk des Himmels.

Und wie der Zufall so spielt, habe ich dort auch gleich noch einen Yoga-Kontakt erschlossen! An einem Stand mit Perlenschmuck kam ich mit der Besitzerin ins Gespräch und bat sie um ihre business card. Sie entschuldigte sich dann dafür, daß da auch ihre Tätigkeit als Yoga-Lehrerin erwähnt wurde - ich hingegen fand es toll, da es nicht viel kostet und auch die Art von Yoga ist, die ich in Hamburg gemacht habe. Vielleicht kann ich da dann sogar mit dem Fahrrad hinfahren...-die persönliche Infrastruktur wächst!

On that note: byebye & liebe Grüße an Euch alle,

die Katze

Montag, 7. April 2008

March / April digest


Ich dachte mir, ich breche das Schweigen - wie so oft :-) - mit einem Foto. Diesmal von der Geburtstagskarte, die meine verrückten Schwestern mir gebastelt haben. Was man mit Kreativität und einer Schachtel alter Geschenkbänder nicht so alles anstellen kann... Noch mal lieben Dank dafür, ihr "zwei beiden" (wie der Bremer sagen würde).

Ansonsten hat mich das Leben in Dublin doch einigermaßen vereinnahmt:

- mein Portemonnaie wurde gestohlen, und es folgte eine Phase von Depression und Wiederbeschaffungsmaßnahmen

-Stimmungs-Wendepunkt dann am Montag dem 24., als ich mich mit Florian & Geraldine (DAAD Dublin) zu einer kleinen Wanderung um die Halbinsel Howth aufgemacht habe (Bilder folgen.)

-Am 29. und 30. war dann Axel hier, und hat genüßlich mein dekadentes Hedonistenleben mit mir geteilt ;-) Unter anderem waren wir köstlich französisch essen, bei Chez Max, einem entzückenden (und dieses Wort verwende ich nicht oft!) kleinen Restaurant, das sich in die Mauern des Dublin Castle schmiegt.

-Das letzte Wochenende bestand vorwiegend aus Faulheit und Partyleben, doch jetzt ist abends wieder lernen angesagt: bei Google zu arbeiten, heißt eben manchmal auch: abends noch studieren. Oh, aber ein Fahrrad habe ich mir Sonntag gekauft (ja, nach der Kirche sind die Läden offen!), sowie insgesamt 3 Schlösser. Nicht umsonst ist im Reiseführer ein Bild einer Statue, welche einen abgetrennten Kopf an den Haaren in der Hand hält, mit der Unterschrift versehen: "That´ll teach you to steal my bike!". Dublin might have a problem here.

-Nathalie und ich haben den "Satz des Tages" eingeführt, der - unserer unmittelbaren Lebenswelt entleht - von ihr ins Deutsche und von mir ins Französische übersetzt werden muss. It´s about as much as we can manage... :-)

-Ansonsten planen Axel und ich gerade unseren Jahresurlaub in Rom im September! Haben ein hübsches B&B in der Nähe des Termini-Bahnhofs entdeckt und sind schon jetzt voller Vorfreude.

-Und last but not least: Greg ist an der Universität von New York angenommen worden! Er wird dort einen Master in Urban Planning machen. (Katharina: ".. ...!" :-) Und wo werde ich wohl nächstes Jahr hinfahren? ;-) Abgesehen davon: Congrats, Greg! Very proud of you!

So viel für den Moment,
ich vermisse Euch alle und danke Euch an dieser Stelle noch mal herzlich für all die lieben Geburtstagsgrüße!

Bis bald grüßt
eine übermüdete
Katze