Also, ich hatte da an sowas gedacht... aber die Realität sieht leider etwas anders aus :)
Bisher habe ich mir zwei Wohnungen angesehen, die erste in Rathmines (ca. 30 Min. mit dem Fahrrad von Google), die zweite in Ballsbridge (ca. 15 Minuten laufen). Die erste war einfach nur deprimierend:
Ein düsteres Schlafzimmer, in dem ein Stromkabel aus der Wand hing, zu dem der Landlord gelangweilt meinte, och ja, da müsse man noch mal was anschließen... Zudem war das Fenster so hoch, dass sich der Eindruck der Gefängniszelle noch verstärkte, und es ging auf eine abgewrackte Wand raus. In der Küche war der Schimmelbefall geschickt hinter einer Wandvertäfelung versteckt worden, und überall war greulicher Teppichboden. Und...und...an den Türen war die Farbe abgeplatzt, und draußen regnete es, und ich war ganz allein. Und all das für 780 € Monatsmiete.
Nein, war ich natürlich nicht, und sooo schlimm war es nicht, glaubt mir, die Standards hier sind noch ganz anders. Immerhin brachte mich der Landlord mit dem Auto zur Arbeit zurück, was ich sehr nett fand. Während der Fahrt rief seine Frau an, die ganz heiß darauf gewesen war, mich als Mieterin zu haben (die Worte "I´m working at Google." wirken sehr gut musste ich feststellen). Sie wollte wissen, wie es gelaufen war, und natürlich konnte er vor mir nicht wirklich reden, also druckste er herum und ich musste mir das Lachen verkneifen - der arme Kerl, er war mit der Ausführung ihrer Befehle leicht überfordert.
Heute habe ich dann eine in Ballsbridge angesehen, dem Stadtteil, in dem ich ganz zu Anfang gewohnt habe, als Google die Unterkunft stellte. Nette Gegend, es gibt tatsächlich Bäume, die ganzen Botschaften und einige altehrwürdige Hotels sind da und es ist wie gesagt nur ein kurzer Fußmarsch zur Arbeit. Das Studio Apartment (unter dem sich unsereins ja ein lichtdurchflutetes bohèmehaftes, mit Oberlichtern versehenes Quartier über den Dächern von Paris vorstellt, mit Künstlertyp vor Staffelei und seiner leicht bekleideten Muse, die ihm Kaffee kocht, wenn sie ihm nicht gerade Modell sitzt...) war ungefähr 14 Quadratmeter groß, und für läppische 760€ zu haben. Man muss sagen, dass es eigentlich ganz liebevoll eingerichtet war, einen schönen Holzfußboden hatte, aber leider keinen Schrank und einen gibbeligen alten Herd. Und die Waschmaschine und der Trockner standen draußen, im Hof, unter so ner Überdachung! Das war mir völlig suspekt, aber nicht sooo schlimm, wie es sich jetzt anhört. Ginge schon, da zu wohnen, aber es ist noch früh zum Gucken - hier ist es ja mehr so: Man kommt, sieht, zahlt und zieht ein - alles innerhalb von 2 Wochen.
Da ich aber noch keine Erfahrung habe, gucke ich mir jetzt allerlei an, denn man muss ja erstmal ein Gefühl dafür entwickeln, was so zu haben ist und ob man nicht gerade über´s Ohr gehauen wird. Morgen sehe ich einige in der 800 bis 850 €-Liga, was dann auch die Grenze des Budgets darstellt. Mein Traum (und ein gar nicht mal so unrealistischer) ist ja immer noch ein Kamin - wir werden sehen.
Ach, und da wir ja hier bei Google lernen "follow-ups sind Pflicht", noch ein paar Sätze zu dem Toastmasters-Treffen. Die Gruppe, die sich jeden Dienstag trifft, besteht aus einer handvoll älterer Herrschaften, die auf sehr liebenswürdige Weise schrullig sind. Dazu kommen dann eine Reihe jüngerer Leute, die aus ganz verschiedenen Beweggründen da sind, die meisten aber glaube ich wg. des freien Sprechens im Beruf. Es war eine sehr wohlwollende und nette Atmosphäre, und ich könnte mir gut vorstellen, dass es mir da leichter fällt, vor allen zu sprechen, als in Trainings oder auf der Arbeit. Werde wohl weiter hingehen, und auch daher wäre eine Wohnung in Ballsbridge ziemlich gut geeignet.
Also meine Lieben, drückt mir die Daumen - vielleicht finde ich ja schon die nächsten Tage was!
Es grüßt euch herzlich
eure Katze
Freitag, 23. Januar 2009
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen