Freitag, 15. Februar 2008

mein temporäres Zuhause


Dies hier, meine Lieben, ist mein neues Übergangszuhause. Ich wünschte, es wäre mein permanentes, aber dazu reicht dann der Umfang des Geldbeutels wohl nicht so ganz... :-) Also freue ich mich, daß ich wenigstens 30 Tage drin wohnen darf!

Endlich habe ich auch Internetverbindung hier zu Hause - einen ganzen Tag nicht online! Bei der Vorstellung, auch am Wochenende vom Netz abgeschnitten zu sein, wurde mir schon ganz übel. Aber dann kam David von Lansdowne-Apartments vorbei (=Verwaltungsgesellschaft der Wohnanlage) und hat es für mich gefixt ;-) Jetzt kann ich also wieder nach Herzenslust skypen und bloggen, und vor allem e-mails checken! Gestern nach dem Willkommensbier hat Florian netterweise den elektronischen Engpass überbrückt.

Heute morgen habe ich es mit einer für meine Person großen Herausforderung aufgenommen: dem Kauf und der Bedienung eines Handys aus dem 21. Jahrhundert! Es ist sogar Skype-fähig, was ich aber noch nicht ausprobiert habe. Jedenfalls ist es sehr schick und ich bin nun auch erreichbar - Nr. folgt aber lieber per mail.

Dublin hat mich in Sachen Preise schon gebührend begrüßt: Ein Paket Wurst: 3,20 €, Cornflakes 2,70 €... da kam ich mit meinen paar Kröten schon ganz schön ins Schwitzen. Heute habe ich deshalb den Moore Street Market erkundet, wo es Obst und Gemüse zu im Verhältnis sensationell günstigen Preisen gibt. Und außerdem einen Lidl, jawohl, mit Paletten, auf denen deutsche Dosengerichte stehen! Hach war das schön! Aldi gibt´s auch, also ist mein unmittelbares Überleben wohl gesichert.

Nun werde ich mich noch mal nach draußen begeben und ein bißchen rumlaufen, die Gegend erkunden, und ein paar neue Fotos machen.

Es grüßt eine Katze, die noch nicht realisiert hat, daß sie permanent verschifft wurde... :-)

Sonntag, 10. Februar 2008

Reisedaten

Lieben Dank an alle, die gestern auf meiner kleinen Abschiedsparty (Foto folgt) waren - ihr macht es einem wirklich nicht gerade leicht zu gehen! :-) Andererseits weiß ich auch, worauf ich mich freuen kann, wenn ich - zwischendurch oder auch wieder permanent - in Hamburg bin.

Hier auf Grund zahlreicher Nachfragen noch mal meine Reisedaten:

Am 14.02. um 13.20 vom Hamburger Flughafen.
Der erste Arbeitstag ist am 18.02., zwischendurch ist schon mal erste Orientierung und Networking angesagt. Was übrigens über Google Groups auch im Voraus schon möglich ist: Dort sind alle zusammengefügt, die am 18. anfangen und können schon mal Kontakt miteinander aufnehmen - nette Sache. So fühlt man sich nicht so verloren, wenn man dann allen anderen gegenübersteht.

So, nun gilt es, einen Gewitterkoffer zu packen (wunderbarer Begriff von Cato, die diese Institution bei ihren Großeltern auf dem Land kennengelernt hat). Der enthält eine Sammlung wichtiger Dokumente und sorgt dafür, daß mein mühsam errungenes Magisterzeugnis nicht in der Irischen See versinkt.

Bis auf Weiteres grüßt
die immer noch verdrängende
Katze

Mittwoch, 30. Januar 2008

Häufungen


Momentan besteht dieses Blog ja noch eher aus Betrachtungen über die Welt im Allgemeinen, darum heute ein paar Worte zu Situationen, die ich in letzter Zeit erstaunlich häufig erlebt habe:

1) Ungewöhnliche Katzentransporte in U- und S-Bahn. Muss man den Leuten wirklich sagen, daß es für Katzen Transportkörbe gibt? Und daß man diese dann vielleicht auch eher mit dem Auto von A nach B bewegen sollte, als mit öffentlichen Verkehrsmitteln?! Offenbar schon, denn manche meinen, es sei okay, die Katze in eine Schultertasche zu stopfen und ihr den Reißverschluss bis an den Hals zuzuziehen (Illustration I). Andere meinen, ein seltsamer, auf einen Trolley geschnallter Drahtkäfig, umwickelt mit einer Decke, sei optimal für den Transport einer Katze (Illustration II). Needless to say daß die armen Tiere völlig traumatisiert waren und jämmerlich schrien! Lustig allerdings die Reaktionen der Mitreisenden, die ihren Sinnen nicht trauten, oder ihrer Hunde, deren Fell sich als Bürste aufstellte...

2) Nazis in U- und S-Bahn. Kann es sein, daß sich diese richtig üblen Typen mit hochgekrempelter Hose und weißen Schnürsenkeln wieder vermehrt haben? Und dieser Blick, den sie einem zuwerfen! `Guck mich bloß nicht zu lange an oder...!´Besonders übel - wie neulich in der Bahn erlebt - eine alkoholisierte, grölende Gruppe, deren Darbietung von einer flüchtenden Oma auch noch mit den Worten kommentiert wurde: "Ich dachte, so benehmen sich nur die Ausländer!" Erschreckend, daß es solche Karikaturen in Wirklichkeit gibt. Bleibt einem nichts, als seinen Teil dazu beizutragen, daß es anders wird in diesem Land.

3) Übertrieben emotionale Assoziationen mit Irland. "Ach nach Irland! Der Liebe wegen?" = Reaktion des ansonsten kaltschnäuzigen Maklers auf den Grund meines Auszugs. Heute beim Arzt, als ich fragte, ob man ein bestimmtes Medikament dort auch bekommen könne: "Haben Sie da keine Bekannte, die Sie mal danach fragen können?" - Nein, ich habe dort noch kein ausgedehntes, soziales Netzwerk, es gibt Leute, die gehen da hin, weil sie Arbeit haben wollen, wissen Sie... Wieso kriegen die Leute so einen verklärten Blick, wenn sie an Irland denken? Sicher, es ist schön, aber was rechtfertigt diese Euphorie? Vielleicht werd ich´s ja noch herausfinden. Dann an dieser Stelle mehr.

Es grüßt, entrüstet über die Quälerei von Artgenossen,
die Katze

Freitag, 25. Januar 2008

...und schon ist man der `Vormieter´ :-(

Gerade ist eine Horde potentieller Nachmieter durch meine Wohnung getrabt und hat großes Interesse bekundet. Einige sind dem Makler (der den Termin organisiert hatte) vor die Flinte gekommen (Grund: wahlweise zu schüchternes Auftreten, face-check nicht bestanden, Willkür), und ich war froh, als ich die Tür zumachen konnte! Sieht aber wohl recht gut aus, und ich rechne damit, daß ich zum 01.03. aus dem Vertrag entlassen werde - es haben sich über 40 Leute auf die Internet-Anzeige gemeldet! Echt, der Wohnungsmarkt in Hamburg ... er wird nur noch von dem in Dublin getoppt!

Für morgen assistiert mir Ania dankbarerweise mit diversen rides im Auto ihrer Eltern, so daß auch die letzten Deko-Artikel und Boxen mit sentimentalen Erinnerungen (unglaublich, wie VIELE das inzwischen sind!) ihren Platz in Axels Keller einnehmen können.

Mir wird leicht übel, wenn ich daran denke, daß in ca. 3 Wochen Abreise ist - worauf hab ich mich da nur eingelassen! Aber es wird schon gut werden. Bloß der Übergang ist immer etwas holprig. Wenigstens weiß ich schon, daß Brian mich am Dubliner Flughafen abholt und in mein serviced appartment fährt, wo ich die ersten 30 Tage auf Googles Kosten wohnen darf.

Zum Verpacken meiner Sachen kommt eine von Google beauftragte Spedition in meine jetzige Wohnung, bringt alle Materialien mit und hilft mir beim Einwickeln! Hat ja schon was Surreales, wenn man bedenkt, wie man sonst so umzieht... Wäschekörbe mit Badezimmer-Inhalten auf offener Straße kommen mir in den Sinn ...

Die professionell verpackten Sachen werden dann abgeholt und treten ihre Flug- bzw. Seereise an. In Dublin werden sie eingelagert, wenn ich eine Wohnung habe zu mir transportiert, und
gemeinsam wieder ausgewickelt. Anschließend transportieren sie noch das Verpackungsmaterial ab. :-) All das auf Googles Kosten. Ich würde sagen: das kann sich sehen lassen!

Hoffen wir, daß es auch alles so eintrifft.
Nun muss ich schnell in Tiramisu-Mission beim Edeka einkaufen, der bis 22 Uhr geöffnet hat.
Es grüßt
eine sich leicht mulmig fühlende

Katze

Sonntag, 20. Januar 2008

Kulturelles Intermezzo

Am vergangenen Donnerstag habe ich Kisten Kisten sein lassen und bin mit Axel ins Kino gegangen, um mir "Drachenläufer" anzusehen. Die Romanvorlage stammt von Khaled Hosseini und handelt von der Freundschaft zweier Jungen im Afghanistan der 70er Jahre, die eines Tages verraten wird. Amir, der Protagonist, flüchtet nach Amerika und wird dort Schriftsteller. "There is a way to be good again", sagt ihm sein früherer Mentor Rahim Khan bei einem überraschenden Anruf, und Amir kehrt zurück ins Kabul des 21. Jh. ...

Das Buch hat mich außerordentlich beeindruckt: Eine poetische Geschichte ohne die Überfrachtung mit Subplots, die man manchmal bei dieser Art von ethnic novels hat, und die einem - ohne aufdringlich zu sein - auch einen Eindruck von Afghanistan vor den Taliban vermittelt - sicher nicht nur auf meiner mental map ein weißer Fleck! Dazu noch der zentrale Schuld-und-Sühne plot, der mit ein bisschen Action einhergeht, und fertig ist ein fantastisches Buch. Nichts für empfindliche Gemüter though - es gibt Szenen, die man so schnell nicht vergisst, weil sie auf so perfide Art grausam sind. Die werden allerdings der Schönheit und Menschlichkeit so beeindruckend gegenübergestellt, daß sie einfach als Teil des ganzen Spektrums notwendig sind.

Das Buch ist in gewissem Sinne schon sehr visuell: In einer Szene bewirft Amir seinen Freund Hassan mit Granatäpfeln, weil er selbst auch beworfen und für seinen Verrat bestraft werden will. Lässt sich filmisch natürlich eindrucksvoll umsetzen. Die Schauspieler sprechen Farsi, was ich für die einzig wahre Entscheidung halte - Englisch wäre einfach absurd gewesen in dem Kontext. Marc Forster, der auch schon bei dem wunderbaren Finding Neverland Regie geführt hat, strafft genau an den richtigen Stellen und legt seinen Finger so gekonnt auf die wichtigen Elemente des Romans, daß mir während des Films öfter nach Applaudieren zumute war. Lange Rede, kurzer Sinn: Absolut empfehlenswerter Film!

Passt nur auf, daß ihr nicht wie wir 7 bekiffte Afghanen neben Euch habt, die einen auf dicke Hose machen müssen, weil sie zusammen unterwegs sind. Poetische und feinsinnige Szenen sind offenbar in Gesellschaft nur schwer zu ertragen :-) Eigentlich waren sie okay, aber Jungs in Gruppen...naja, ein Thema für sich. Mädchen in Rudeln sind auch schwer verdaulich. Mit dieser bahnbrechenden Erkenntnis verabschiedet sich für heute
die Katze

Mittwoch, 16. Januar 2008

Aufbruch

So, Teil I des Umzugs hat bereits stattgefunden: Meine Bibliothek steht in Axels wunderbarem, trockenen und warmen, mit Linoleum-Fußboden ausgelegtem Keller. Einerseits sehr erleichternd, das nicht noch am Umzugstag machen zu müssen, andererseits ist es hier jetzt schon ungemütlich leer... Aber ich muss mich dem Ganzen ja ohnehin irgendwann stellen.

Ich genieße es jedenfalls, alles in Ruhe machen zu können - sechs Jahre Studium wollen mit Muße aussortiert werden. Auch dafür, daß der Bewerbungsmarathon jetzt erstmal für eine gute Weile vorbei ist, bin ich jeden Tag wieder dankbar.

Aber ein bisschen wehmütig bin ich schon. Gleich werde ich zum Beispiel meine schöne, große Aloe Vera, die ich besitze, seit ich hier in Hamburg bin, bei meiner Schwester unterstellen. (Geschäftsidee dazu: "Aloe-Asyl Hamburg, Siemer mein Name, was kann ich für Sie tun?") Ist ja nicht so, als würde ich sie nie wiedersehen, aber meine individuellen Sachen verschwinden so langsam von hier. Zurück bleibt allerdings das Licht, das in dieser Wohnung immer schon besonders schön war.

-- Google beeindruckt mich jedenfalls immer aufs Neue: Gestern hatte ich um eine Bestätigung meiner neuen Krankenversicherung gebeten, um mich bei der alten abmelden zu können. Eben traf sie per Fed-Ex Luftfrachtbrief hier ein! Würde mich nicht wundern, wenn Google da eine eigene Maschine hat... :-)

So viel für den Moment! Es grüßt
die Katze

Donnerstag, 3. Januar 2008

Einstieg mit Stereotypen

Als durch und durch effizienter Deutscher lese ich zur Vorbereitung auf Irland das sehr amüsante Round Ireland with a Fridge von Tony Hawks (danke noch mal, Kathrin!). Hier nun passend zum Wettervergleich die jeweiligen Klischees aus der Sicht des englischen Autors:

"... Ireland and Germany, countries which seemed at the opposite ends of the spectrum. Germany, a nation bonded by precision and determination; and Ireland, a nation held together by a relaxed attitude and extremely flexible drinking hours."

Na denn - ich werde das empirisch überprüfen :-) Und mich mit Stereotypen noch intensiver auseinandersetzen - tbc...